Die US-Regierung hat Deutschland eine Einladung zur Mitgliedschaft im von Präsident Donald Trump eingerichteten „Friedensrat“ übermittelt. Laut US-Außenministerium soll das Gremium sich künftig nicht nur mit der Lage im Gazastreifen, sondern mit weltweiten Krisen und Konflikten befassen.
Die Mitgliedschaft im Rat sei laut übereinstimmenden Medienberichten an eine Zahlung von einer Milliarde US-Dollar gebunden. Teilnehmende Staaten sollen im Gegenzug einen unbefristeten Sitz und Stimmrechte in dem von Washington geführten Gremium erhalten.
Ein globales Forum unter US-Führung
Trumps „Friedensrat“ wurde Mitte Januar 2026 offiziell im Weißen Haus vorgestellt. Nach Angaben des Präsidenten soll er eine Plattform für „schnelle, pragmatische Lösungen auf globaler Ebene“ bieten. Neben Deutschland seien demnach auch Japan, Saudi-Arabien, Indien und Brasilien eingeladen worden.
Kritiker werfen dem Projekt jedoch vor, mehr ein politisches und wirtschaftliches Machtinstrument der USA zu sein als eine echte Friedensinitiative. Der geforderte Finanzbeitrag sorge in europäischen Hauptstädten für Unmut.
Deutschlands Reaktion bleibt offen
Die Bundesregierung wollte das Angebot aus Washington bislang nicht kommentieren. Regierungsnahe Kreise in Berlin verweisen darauf, dass zunächst „genaue Informationen über Struktur, Ziele und Unabhängigkeit des Rates“ geprüft werden müssten.
Oppositionsparteien äußerten sich skeptisch: Die Idee eines Friedensrates unter Trumps politischer Führung sei „problematisch“, da sie internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen (UN) schwächen könne.
Internationale Beobachter reagieren mit Vorsicht
Auch außenpolitische Beobachter mahnen zu Zurückhaltung. Viele Staaten sehen den Schritt als Versuch der USA, bestehende multilaterale Strukturen zu umgehen und mehr Kontrolle über globale Krisenpolitik zu erlangen.
Professorin Mary Ellison von der Georgetown University sagte gegenüber CNN, der „Friedensrat“ könne „zu einer Art exklusivem Club werden, in dem politische Loyalität wichtiger ist als humanitäre Prinzipien“.
Hintergrund
Trump hatte bereits während seiner zweiten Amtszeit angekündigt, internationale Konflikte künftig stärker „privatwirtschaftlich“ lösen zu wollen. Sein neuer „Peace Council“ wird von einem Netzwerk aus ehemaligen Militärs, Unternehmern und politischen Beratern geleitet.
Wie der Rat konkret arbeiten soll, bleibt bisher unklar. Beobachter erwarten in den kommenden Wochen weitere Einzelheiten aus Washington.
Quellen
USA laden Deutschland in Trumps “Friedensrat” ein
Bundesregierung berät Teilnahme an US-“Friedensrat” für Gaza