Der deutsche Wellpappenhersteller Gissler & Pass Rodenberg GmbH steht vor dem Aus. Das Unternehmen hatte ursprünglich geplant, eine Insolvenz in Eigenverwaltung durchzuführen, um den Betrieb eigenständig zu sanieren. Doch das zuständige Amtsgericht lehnte diesen Antrag ab und setzte stattdessen einen externen Insolvenzverwalter ein.
Damit steht fest: Die erhoffte Eigenregie ist vom Tisch, und die Zukunft des Betriebs liegt nun in den Händen eines gerichtlich bestellten Verwalters.
138 Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft
In der Produktionsstätte in Rodenberg (Niedersachsen) herrscht große Unsicherheit. Rund 138 Beschäftigte bangen um ihre Arbeitsplätze. Trotz intensiver Bemühungen der Geschäftsführung, eine nachhaltige Restrukturierung zu erreichen, konnten die wirtschaftlichen Probleme letztlich nicht mehr aufgefangen werden. Steigende Energiepreise, hohe Rohstoffkosten und ein anhaltend schwacher Markt für Verpackungsmaterial haben die Lage weiter verschärft.
Papierindustrie unter Druck
Der Fall von Gissler & Pass Rodenberg ist kein Einzelfall. Bereits in den vergangenen Monaten mussten mehrere mittelständische Papier- und Verpackungshersteller Insolvenz anmelden. Die Branche kämpft mit einem massiven Nachfrageeinbruch, insbesondere nach dem Boom der Onlinehandel-Jahre während der Pandemie. Gleichzeitig belasten hohe Produktions- und Transportkosten die Unternehmen zusätzlich.
Mögliche Perspektiven für das Unternehmen
Ob es für Gissler & Pass Rodenberg eine Zukunft gibt, hängt nun wesentlich von den Entscheidungen des Insolvenzverwalters ab. Branchenexperten sehen noch Chancen auf eine Übernahme durch einen Mitbewerber oder eine Teilfortführung des Betriebs. Doch ohne frisches Kapital und eine stabile Marktprognose bleibt die Zukunft ungewiss.
Quellen
Weiterer deutscher Papier-Hersteller geht pleite
Insolvenz von Gissler und Pass in Rodenberg


