Die japanische Regierung plant, im kommenden Haushaltsjahr eine Rekordsumme für die nationale Verteidigung bereitzustellen. Laut Berichten des japanischen Verteidigungsministeriums soll der Etat auf rund 8 Billionen Yen (etwa 50 Milliarden Euro) steigen – der höchste Betrag in der Nachkriegsgeschichte des Landes. Das Budget soll im Fiskaljahr 2026 in Kraft treten und markiert einen grundlegenden Wandel in Japans Sicherheitsstrategie.
Gründe für den massiven Anstieg
Die Regierung von Premierminister Fumio Kishida reagiert mit diesen Ausgaben auf die zunehmenden sicherheitspolitischen Spannungen in Ostasien. Vor allem Chinas wachsende militärische Präsenz im Ostchinesischen Meer sowie Nordkoreas Raketentests haben in Tokio Besorgnis ausgelöst. Als Teil seiner neuen Nationalen Sicherheitsstrategie plant Japan, auch Abschreckungsfähigkeiten durch den Erwerb von Langstreckenraketen zu stärken.
Ziel: Stärkung der Abschreckung und Eigenverteidigung
Neben der Modernisierung bestehender Waffensysteme will Japan seine Cyberabwehr und die Militärlogistik ausbauen. Auch Kooperationen mit westlichen Verbündeten – insbesondere den USA – spielen in dieser Strategie eine zentrale Rolle. Die Regierung verfolgt langfristig das Ziel, die Verteidigungsausgaben bis 2027 auf etwa 2% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anzuheben, im Einklang mit dem NATO-Richtwert.
Innenpolitische Reaktionen und Kritik
Innerhalb Japans stößt das Vorhaben auf gemischte Reaktionen. Während konservative Kräfte die Aufrüstung als notwendige Sicherheitsmaßnahme begrüßen, warnen oppositionelle Politiker und Friedensaktivisten vor einer weiteren Militarisierung. Auch Fragen der Finanzierung stehen im Raum: Ein Teil der Kosten soll durch Steuererhöhungen gedeckt werden – ein umstrittener Schritt in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit.
Internationale Dimension
Japans Entscheidung wird weltweit aufmerksam verfolgt. Die USA loben den Schritt als Beitrag zu regionaler Stabilität, während China die Pläne scharf kritisiert und vor einer „Rückkehr des japanischen Militarismus“ warnt. Analysten sehen darin eine merkliche Verschiebung der Sicherheitsarchitektur im indopazifischen Raum.
Quellen
Japan investiert so viel wie nie zuvor in Verteidigung
Tokio genehmigt Rekordbudget für Militär und Sicherheit

