Die dänische Regierung hat den US-Botschafter in Kopenhagen einbestellt, nachdem neue Enthüllungen über mutmaßliche amerikanische Überwachungsaktivitäten europäischer Politiker bekannt wurden. Laut übereinstimmenden Berichten dänischer und internationaler Medien soll der dänische Militärnachrichtendienst (FE) über Jahre hinweg den USA geholfen haben, Datenströme europäischer Nachbarländer, darunter Deutschland und Schweden, zu überwachen.
Die dänische Außenministerin erklärte, die Regierung habe eine „klare und ernste Haltung gegenüber allen Formen unfreundlicher nachrichtendienstlicher Aktivitäten“, insbesondere wenn sie Partnerstaaten innerhalb der EU oder NATO beträfen.
Regierung in Kopenhagen verlangt Aufklärung
Das dänische Außenministerium teilte mit, dass es von der US-Seite „eine umfassende Erklärung“ erwarte. Auch innerhalb der dänischen Parteienlandschaft wächst der Druck, die Rolle Dänemarks in der Affäre transparent zu machen. Der dänische Premierminister betonte, dass eine Untersuchung des dänischen Nachrichtendienstes bereits laufe, um mögliche Gesetzesverstöße oder Kompetenzüberschreitungen zu prüfen.
Auf europäischer Ebene stieß der Bericht auf große Besorgnis. Politiker aus Berlin, Paris und Stockholm forderten eine gemeinsame EU-Reaktion, um die Souveränität der Mitgliedsstaaten zu schützen.
Historischer Kontext: Alte Wunden neu aufgerissen
Die Vorwürfe erinnern an frühere Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden aus dem Jahr 2013. Schon damals war bekannt geworden, dass die NSA unter anderem Telefonverbindungen europäischer Spitzenpolitiker überwacht hatte. Die jetzigen Berichte deuten darauf hin, dass ähnliche Praktiken über technische Infrastruktur in Dänemark fortgesetzt worden sein könnten.
Diese Enthüllungen belasten erneut das Vertrauen zwischen den transatlantischen Partnern – gerade in einer Zeit, in der Zusammenarbeit in Sicherheits- und Verteidigungsfragen wichtiger denn je ist.
Reaktionen in den sozialen Medien
Auf Plattformen wie X (vormals Twitter) und Reddit wurde der Vorfall lebhaft diskutiert. Viele Nutzer forderten mehr Transparenz im Umgang westlicher Staaten untereinander. Hashtags wie **#ionageaffäre, **änemark und **#USRelationsrendeten bereits wenige Stunden nach den ersten Medienberichten.
Beobachter sehen darin ein Symptom wachsender Skepsis gegenüber geheimdienstlichen Aktivitäten unter Verbündeten. Gleichzeitig wird die Affäre als Test für die Glaubwürdigkeit westlicher Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gesehen.
Quellen
Kopenhagen bestellt US-Diplomaten ein – Streit um Überwachungsaffäre
Spionageverdacht belastet Beziehungen: Dänemark verlangt Antworten von den USA