Die EU-Kommission plant eine Rücknahme des strengen Verbrenner-Aus ab 2035, wonach Neuzulassungen mit fossilen Motoren verboten sein sollten. Stattdessen soll der CO₂-Ausstoß der Flotten bis 2035 nur um 90 Prozent sinken, statt 100 Prozent, wie es ursprünglich vorgesehen war. Diese Einigung zwischen Ursula von der Leyen und Manfred Weber bedarf noch der Zustimmung von EU-Rat und Parlament, steht aber unmittelbar bevor.
Politischer Druck und Hintergründe
Bundeskanzler Friedrich Merz forderte eine Abkehr vom Verbrenner-Aus und adressierte dies in einem Brief an die EU, um die deutsche Autoindustrie zu schützen. Die EVP unter Weber drängt auf Technologieoffenheit, inklusive E-Fuels und emissionsarmer Kraftstoffe, angesichts schwacher E-Auto-Verkäufe und chinesischer Konkurrenz. Kritiker wie Greenpeace warnen vor einer Schwächung des Klimaschutzes durch Lobbyeinfluss.
Folgen für Autohersteller und Verbraucher
Autohersteller könnten weiter Verbrenner mit E-Fuels zulassen, was Strafzahlungen für Flottenziele vermeidet und den Übergang erleichtert. Gebrauchte Verbrenner bleiben unberührt, Ersatzteile verfügbar, und Bestandsfahrzeuge dürfen uneingeschränkt genutzt werden. Parallel plant Deutschland ab 2026 neue E-Auto-Förderungen bis zu 5.000 Euro für Privatpersonen mit mittlerem Einkommen.
Expertenmeinungen und Ausblick
Experten sind geteilt: Ferdinand Dudenhöffer plädiert für Beibehaltung des Verbots zum Klimaschutz, während Thomas Koch es als wirtschaftsschädlich kritisiert. Eine Überprüfung 2026 könnte weitere Anpassungen bringen, inklusive Verschiebung auf 2040. Die Debatte balanciert Industrieinteressen mit Umweltzielen.
Quellen
Kein Aus für Verbrenner 2035: EU plant 90-Prozent-Reduktion
Verbrennerverbot am Ende? Kommission lockert Flottenziele