Ein massiver nächtlicher Drohnenangriff auf die Region Moskau hat am Donnerstag zu erheblichen Störungen des Flugverkehrs geführt. Laut russischen Behörden mussten die Flughäfen Scheremetjewo, Wnukowo und Domodedowo zeitweise den Betrieb einstellen, nachdem mehrere unbemannte Flugobjekte die russische Hauptstadt angegriffen hatten.
Der Angriff, der Kyjiw zugeschrieben wird, gilt als einer der größten seiner Art seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022. Russische Luftabwehrsysteme hätten nach Angaben des Verteidigungsministeriums über 40 Drohnen abgefangen – dennoch kam es zu Explosionen und Bränden in der Nähe wichtiger Infrastrukturanlagen.
Kyjiws neue Drohnenstrategie
Die ukrainische Führung setzt zunehmend auf Langstreckendrohnen, um Moskaus militärische und wirtschaftliche Ziele tief im russischen Hinterland zu treffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt angekündigt, die „Kriegsführung in die Tiefe des Aggressors zu tragen“.
Militärexperten sprechen von einer neuen Phase des Konflikts, in der Drohnentechnologie eine zentrale Rolle spielt. Diese Angriffe sollen nicht nur militärische Ziele treffen, sondern auch psychologische Wirkung entfalten – indem sie die vermeintliche Sicherheit russischer Metropolen in Frage stellen.
Reaktionen aus Moskau und dem Westen
Russlands Regierung verurteilte den Angriff als „terroristischen Akt“ und kündigte „angemessene Gegenmaßnahmen“ an. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, die russische Luftabwehr habe „effektiv gehandelt“, betonte jedoch die Notwendigkeit einer verstärkten Sicherung der Hauptstadtregion.
Westliche Beobachter hingegen sehen den Angriff als logische Konsequenz der wachsenden ukrainischen Fähigkeit, russische Ziele aus großer Entfernung zu erreichen. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, die Drohnenkampagne zeige „signifikante technologische Fortschritte“ auf ukrainischer Seite.
Internationale Lage bleibt angespannt
Der Angriff auf Moskaus Flughäfen markiert eine erneute Eskalation im andauernden Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Luftschutzmaßnahmen in mehreren russischen Regionen wurden verschärft, während internationale Fluggesellschaften Flüge über russisches Territorium erneut überprüfen.
Analysten warnen, dass sich der Konflikt weiter in Richtung asymmetrischer Kriegsführung verlagert. Die zunehmende Reichweite und Präzision ukrainischer Drohnen lässt erwarten, dass ähnliche Angriffe auch in den kommenden Wochen nicht auszuschließen sind.
Quellen
Massive Drohnenattacke auf Moskau: Kyjiw zwingt russische Flughäfen zum Stillstand
Kyjiw schlägt aus der Luft zu: Drohnen treffen Moskaus strategische Infrastruktur