Österreichs Nationalrat hat am 11. Dezember 2025 mit großer Mehrheit ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren an öffentlichen und privaten Schulen beschlossen. Das Verbot gilt für Kopftücher nach islamischen Traditionen wie Hijab oder Burka und soll die Entfaltungsfreiheit der Mädchen schützen. Es tritt ab dem Schuljahr 2026/27 mit Sanktionen in Kraft, nach einer einjährigen Aufklärungsphase ab Februar 2026.
Politische Unterstützung und Umsetzung
Die Regierungskoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS sowie die FPÖ stimmten dafür, während die Grünen ablehnten. Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) sieht im Kopftuch ein Symbol der Unterdrückung, das die Sichtbarkeit und Freiheit einschränkt. Bei Verstößen drohen Gespräche mit Eltern, Schulausschlüsse und Geldstrafen von 150 bis 800 Euro.
Kritik und rechtliche Bedenken
Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisieren das Verbot als diskriminierend und verfassungsfeindlich, da es muslimische Mädchen gezielt trifft und Religionsfreiheit verletzt. Ein früheres Verbot von 2019 wurde 2020 vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben, weil es den Gleichheitsgrundsatz ignorierte. Die Islamische Glaubensgemeinschaft und Kirchen warnen vor Ausgrenzung und Loyalitätskonflikten.
Auswirkungen und Zukunft
Rund 12.000 Mädchen könnten betroffen sein, basierend auf Studien aus 2019. Befürworter erwarten Stärkung der Selbstbestimmung, Kritiker mehr Spannungen in Schulen. Ob das Gesetz vor Gericht hält, bleibt offen.
Quellen
Nationalrat stimmt zu: Kein Kopftuch mehr in österreichischen Schulen
Österreichs Schulen: Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 jetzt Gesetz