In Ostdeutschland ist am Donnerstag ein Leck in einer Rohöl-Pipeline entdeckt worden, aus dem mehrere Tausend Liter Öl ausgetreten sind. Das Leck befindet sich laut Behördenangaben in der Nähe der Stadt Schwedt in Brandenburg und gehört zu einer Transportleitung, die Rohöl in die Raffinerie PCK Schwedt liefert.
Nach ersten Einschätzungen wurde das Leck vermutlich durch Erdbewegungen oder Materialermüdung verursacht. Einsatzkräfte waren rasch vor Ort und versuchten, den Austritt einzudämmen. Die Pipeline wurde umgehend abgeschaltet.
Behörden alarmiert – Umweltgefahr noch unklar
Das Landesamt für Umwelt (LfU) in Brandenburg teilte mit, dass derzeit Proben aus dem betroffenen Boden entnommen werden, um die Auswirkungen auf das umliegende Ökosystem zu bewerten. Der Bereich um die Leckstelle wurde weiträumig abgesperrt.
Ein Sprecher der PCK Raffinerie erklärte, dass die Versorgung mit Rohöl vorerst gesichert bleibe, da alternative Lieferungen über Tanklager und andere Zuflüsse organisiert würden. Die Pipeline gehört zu einem der wichtigsten Energieversorgungssysteme Ostdeutschlands.
Schneller Einsatz verhindert größere Katastrophe
Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) waren mit mehreren Fahrzeugen und Spezialgeräten im Einsatz. Nach Angaben des Katastrophenschutzes konnte ein Teil des ausgelaufenen Öls mit Sperren und Auffangsystemen gesichert werden, bevor es in tiefere Bodenschichten eindringen konnte.
Die Schadenshöhe und die Dauer der Reparaturarbeiten stehen noch nicht fest. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Leitung über mehrere Tage außer Betrieb bleiben wird.
Hintergrund: Bedeutung der Pipeline für Ostdeutschland
Die betroffene Pipeline ist ein zentraler Bestandteil der Energieversorgung in Ostdeutschland. Sie transportiert Rohöl aus dem Hafen Rostock und, teilweise, aus Polen nach Schwedt. Die Raffinerie dort produziert unter anderem Treibstoffe für Berlin und Brandenburg.
Seit dem russischen Öl-Embargo 2023 wird die Versorgung größtenteils über alternative Importe abgewickelt. Ein längerer Ausfall der Pipeline könnte daher erneut Druck auf den regionalen Energiemarkt ausüben.
Quellen
Rohöl spritzt aus beschädigter Pipeline in Ostdeutschland
Rohöl schießt meterhoch aus Pipeline-Leck bei Gramzow


