Wochenlang haben junge Unionsabgeordnete gegen das Rentenpaket der eigenen Regierung opponiert. Der Ökonom Johannes Geyer erklärt, was sich im System ändern muss – und warum er es trotzdem für richtig hält, das Gesetz zu verabschieden.
Unionsabgeordnete rebellieren gegen Rentenpaket
Junge Abgeordnete von CDU und CSU kritisieren das Rentenpaket scharf, da es nach 2031 Milliardenkosten für zukünftige Generationen verursache. Sie sehen darin einen Bruch des Koalitionsvertrags, der das Rentenniveau nur bis 2031 auf 48 Prozent stabilisieren sollte. Trotz interner Debatten wird heute im Bundestag darüber abgestimmt, wobei einige Abgeordnete wie Daniel Kölbl ihre Stimme geben, um eine Regierungskrise zu vermeiden.
Johannes Geyer: Experte für Rentenreformen
Johannes Geyer, stellvertretender Leiter der Abteilung Staat am DIW Berlin, plädiert für die Einbeziehung von Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung, um das System zu stärken. Er betont, dass weitere Migration in den Arbeitsmarkt hilft, aber Selbstständige zwingend integriert werden müssen. Geyer hält das Paket trotz notwendiger Änderungen für richtig, da es die Finanzierung langfristig sichert.
Notwendige Änderungen im Rentensystem
Das Rentenpaket verlängert die Haltelinie des Rentenniveaus über 2031 hinaus und erweitert die Mütterrente, was Kosten von Hunderten Milliarden Euro bis 2050 verursacht. Geyer fordert eine breitere Beitragszahlerbasis, inklusive jüngerer Selbstständiger, um Solidarität zu gewährleisten. Experten wie die Deutsche Rentenversicherung sehen Potenzial in der Aufnahme aller Selbstständigen, um Altersarmut zu bekämpfen.
Warum das Gesetz verabschieden?
Trotz Kritik an Kostensteigerungen – Beitragssatz könnte bis 2035 auf 21 Prozent steigen – rechtfertigt Geyer die Verabschiedung, da Reformen wie Aktienrente und Pflichtversicherung unvermeidlich sind. Die Integration Selbstständiger verbessert die Finanzierung ohne sofortige Anspruchserhöhung. Das Paket schafft Planungssicherheit für Rentner und adressiert den demografischen Wandel effektiv.
Quellen
Man sollte die Selbstständigen in die Rentenversicherung holen
Geyer erklärt die Notwendigkeit der Reform


