Die neuen „Geisterautos“ – ferngesteuerte Fahrzeuge ohne Fahrer an Bord – rollen nun legal durch deutsche Städte dank der kürzlich in Kraft getretenen Fernlenkverordnung. Diese Technologie ermöglicht es, dass Autos scheinbar von Geisterhand gesteuert werden, während ein Telefahrer aus einer entfernten Leitstelle über Kameras und Sensoren eingreift. Erste Tests laufen in Städten wie Hamburg und Stuttgart, wo Passanten gemischte Reaktionen zeigen.
Technik hinter den Geisterautos
Die Fahrzeuge sind mit Kameras, Sensoren und stabiler Internetverbindung ausgestattet, sodass ein Fernlenker kilometerweit entfernt den Verkehr in Echtzeit überwacht und steuert. Der Telefahrer bedient Lenkrad und Pedale vor Monitoren, haftet aber bei Unfällen. Solche Systeme zielen auf Anwendungen wie Shuttlebusse oder Robotaxis ab, etwa vom Startup Vay Technology in Hamburg.
Rechtlicher Rahmen und Testphase
Die Fernlenkverordnung trat am 4. Dezember 2025 in Kraft und erlaubt zunächst begrenzte Tests mit strengen Genehmigungen und festen Zonen, um Risiken zu minimieren. Technische Herausforderungen wie Verbindungsabbrüche oder verzerrte Kamerabilder bleiben bestehen. Forscher am Karlsruher Forschungszentrum Informatik (FZI) sehen hier einen Meilenstein für autonomes Fahren.
Chancen und Risiken im Blick
Befürworter erwarten sinkende Unfallraten durch professionelle Fernlenker mit Routine. Kritiker warnen vor Abhängigkeit von Internet und potenziellen Gefahren für Fußgänger. In einer Übergangsphase bis 2035 sollen Praxistests Erkenntnisse für vollautonome Fahrzeuge liefern. Die öffentliche Akzeptanz variiert: Manche finden es „gruselig“, andere „cool“.
Quellen
“Geisterautos” auf deutschen Straßen
Wie Geisterautos San Francisco erobern