Die Inflation in der Eurozone ist im November 2025 unerwartet auf 2,2 Prozent angestiegen, nach 2,1 Prozent im Oktober. Dies übersteigt das 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) und widerspricht den Prognosen von Ökonomen, die keine Veränderung erwartet hatten. Eurostat veröffentlichte diese Schätzung am 2. Dezember 2025.
Ursachen des Anstiegs
Der Preisanstieg bei Dienstleistungen beschleunigte sich von 3,4 auf 3,5 Prozent und war der Haupttreiber der Inflation. Temporäre Faktoren wie Erhöhungen in Tourismus und Mobilfunkgebühren in Frankreich trugen dazu bei, wobei Experten von Capital Economics einen holprigen Weg zur Desinflation prognostizieren. Energiepreise fielen weniger stark (-0,5 Prozent statt -0,9 Prozent), während Lebensmittelpreise um 2,5 Prozent stiegen.
Die Kerninflation ohne volatile Komponenten blieb stabil bei 2,4 Prozent, wie erwartet. In Ländern wie Estland (4,7 Prozent), Kroatien (4,3 Prozent) und Lettland (3,8 Prozent) lagen die Raten am höchsten, während Zypern (0,2 Prozent), Deutschland (2,3 Prozent) und Italien (1,1 Prozent) niedriger ausfielen.
Auswirkungen auf EZB-Politik
Die EZB plant für ihre Sitzung am 18. Dezember keine Leitzinsänderung und bleibt mit der Entwicklung zufrieden. Ökonomen wie der Chefvolswirt der Commerzbank sehen abnehmenden Lohndruck als Signal für eine mögliche Rückkehr zur Stabilität. Dennoch könnte der Anstieg die Desinflationserwartungen bremsen.
In großen Volkswirtschaften wie Spanien (3,1 Prozent) und Deutschland (2,6 Prozent) war der Druck höher, Frankreich (0,8 Prozent) und Italien blieben unter dem Ziel. Langfristig zielt die EZB auf symmetrische 2-Prozent-Inflation ab.
Quellen
Inflation in Eurozone steigt unerwartet
Inflation in der Eurozone steigt unerwartet auf 2,2 Prozent