Außenminister Johann Wadephul initiierte eine weitreichende Reform des Auswärtigen Amts, die als eine der größten Strukturreformen in jüngerer Zeit gilt. Ziel der Reform ist es, das Ministerium stärker an den außen- und sicherheitspolitischen Interessen Deutschlands und Europas auszurichten. Dabei werden Kompetenzen in regional neu zugeschnittenen Länderabteilungen gebündelt, während zentrale Querschnittsstrukturen abgebaut werden.
Geplanter Stellenabbau und Einsparungen
Im Rahmen der Reform ist der Abbau von etwa 570 Stellen bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode 2029 vorgesehen, was rund acht Prozent der Personalstellen entspricht. Die Kürzungen betreffen überwiegend die Zentrale in Berlin, während das Netz der Auslandsvertretungen erhalten bleibt und an einigen Stellen personell sogar gestärkt wird. Dies ist Teil eines gesamtstaatlichen Sparprogramms, das auch andere Bundesministerien betrifft.
Zielsetzung der Reform: Effizienz und Außenpolitik aus einem Guss
Die Neustrukturierung soll die Effizienz des Ministeriums in den Bereichen Sicherheitspolitik, internationale Ordnung sowie Wirtschafts- und Entwicklungspolitik steigern. Wadephul verfolgt das Ziel, die deutsche Außenpolitik „aus einem Guss“ zu betreiben und dabei die Außen- und Sicherheitspolitik enger miteinander zu verzahnen. Dazu gehört auch die Aufwertung der Länderreferate innerhalb des Ministeriums.
Reaktionen und Herausforderungen im Auswärtigen Amt
Die Reform wird im Auswärtigen Amt selbst mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Während Flexibilität und Veränderung Teil der diplomatischen Arbeit sind, führt der umfassende Stellenabbau zu Sorge bei den Beschäftigten. Die Neuausrichtung stellt organisatorisch einen Einschnitt dar, der auch die bisherige Struktur und Personalverteilung erheblich verändert.
Außenminister Johann Wadephul: Hintergrund und Politik
Johann Wadephul steht seit Mai 2025 an der Spitze des Auswärtigen Amts und ist der erste CDU-Außenminister seit über 60 Jahren. Mit einer langjährigen Erfahrung in der Außen- und Sicherheitspolitik verfolgt er eine pragmatische und interessengeleitete Außenpolitik, die mit Kanzler Friedrich Merz eng abgestimmt ist. Die Reform seines Ministeriums spiegelt seine Politikziele wider, deutsche Interessen klarer und effzienter durchzusetzen
Quellen
Johann Wadephul baut Hunderte Stellen im Auswärtigen Amt ab
Wadephul baut das Auswärtige Amt radikal um

