Die Gewerkschaft ver.di hat Beschäftigte des Online-Modehändlers Zalando an mehreren Standorten zu einem Warnstreik aufgerufen. Hintergrund ist der Konflikt um bessere Löhne, Arbeitsbedingungen und Tarifverträge. Der Ausstand soll nach Angaben der Gewerkschaft den Druck auf die Geschäftsführung erhöhen, noch vor dem Jahresende zu konstruktiven Verhandlungen zurückzukehren.
In den vergangenen Monaten war es wiederholt zu Auseinandersetzungen über die Entlohnung und Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren gekommen. Besonders in den großen Standorten in Erfurt und Brieselang fordern Beschäftigte eine Angleichung an branchentypische Tariflöhne.
Forderungen nach fairen Löhnen und Sicherheit im Betrieb
Nach Angaben von ver.di seien die Beschäftigten zunehmend unzufrieden mit unbefristeten Verträgen, Arbeitsdruck und den geringen Lohnsteigerungen. „Zalando hat eine starke wirtschaftliche Position – diese muss sich auch in fairen Löhnen widerspiegeln“, erklärte ein Gewerkschaftssprecher.
Zalando hingegen betont laut Unternehmensangaben, bereits überdurchschnittliche Löhne im E-Commerce-Sektor zu zahlen und an langfristigen Perspektiven für die Mitarbeiter zu arbeiten. Das Unternehmen zeigte sich „gesprächsbereit, jedoch überrascht über die kurzfristige Eskalation“.
Reaktionen und mögliche Folgen für den Online-Handel
Branchenanalysten sehen in dem Warnstreik ein Signal einer wachsenden Arbeitskampfbereitschaft im Online-Handel, der auch andere große Händler wie Amazon oder Otto betreffen könnte. Die Forderungen nach tariflicher Absicherung nehmen vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten und wachsender Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt weiter zu.
In den sozialen Medien zeigen sich viele Nutzer solidarisch mit den streikenden Beschäftigten. Kunden könnten allerdings in den kommenden Tagen mit Verzögerungen bei Lieferungen rechnen, sollte der Arbeitskampf andauern oder sich ausweiten.
Quellen
Warnstreik bei Zalando: Gewerkschaft erhöht den Druck auf das Management
Zalando-Mitarbeiter legen Arbeit nieder – Gewerkschaft fordert bessere Bedingungen