Die Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Monika Schnitzer, hat die aktuelle Debatte um “Lifestyle-Teilzeit” als “ausgesprochen unglücklich” bezeichnet. Sie kritisiert Forderungen der CDU-Wirtschaftsunion, den gesetzlichen Anspruch auf Teilzeitarbeit einzuschränken. Stattdessen fordert sie Investitionen in Produktivität.
Hintergrund der Debatte
Der Wirtschaftsflügel der CDU/CSU will den Rechtsanspruch auf Teilzeit künftig nur bei “besonderen Gründen” wie Kindererziehung, Pflege oder Weiterbildung gewähren. Begründung ist der Fachkräftemangel und steigende Teilzeitquoten, die das Wirtschaftswachstum bremsen sollen. Die Debatte eskaliert seit Januar 2026 und polarisiert Politik, Wirtschaft und Sozialmedien.
Schnitzers scharfe Kritik
Monika Schnitzer sieht in der Debatte eine “Schuldensuche”: Zuerst Bürgergeld-Empfänger, nun Teilzeitkräfte – statt Lösungen. Wachstum hänge nicht von mehr Wochenstunden ab, sondern von Produktivität durch Investitionen in Maschinen, KI und Ausbildung. “So kommen wir nicht weiter”, betonte sie in Interviews mit Funke Mediengruppe und Deutschlandfunk.
Alternativen und Gen-Z-Verteidigung
Schnitzer plädiert für betriebliche Investitionen, damit Arbeitnehmer effizienter arbeiten. Sie verteidigt die Gen Z: Diese arbeite mehr Stunden als Vorgänger, studiere nebenbei und bevorzuge Privatunternehmen wie BMW vor dem Staatsdienst. Ältere Generationen wählten oft frühere Rente, während Junge schneller in den Arbeitsmarkt eintreten.
Reaktionen aus Politik und Wirtschaft
Kritik kommt auch von DIW-Chef Marcel Fratzscher: Einschränkungen würden Beschäftigung senken und Fachkräftemangel verschärfen. SPD und Unternehmen warnen vor Bürokratie und fordern stattdessen Qualifizierung. Die Debatte zeigt Spaltungen in der Union selbst.
Quellen
Wirtschaftsweise kritisiert Teilzeit-Debatte
Wirtschaftsweise Schnitzer kritisiert Teilzeit-Debatte und verteidigt die „GenZ“

