Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen digitale Zahlungsoptionen – und das wirkt sich auch auf das Trinkgeldverhalten aus. Laut einer Auswertung des Zahlungsdienstleisters SumUp und der Mobilitätsplattform Free Now für das Jahr 2025 zeigt sich ein deutliches Muster: Fahrgäste in Großstädten geben nach wie vor häufiger und höhere Trinkgelder als im ländlichen Raum.
Doch die Unterschiede sind erheblich. Während in München der durchschnittliche Trinkgeldsatz bei rund 12 Prozent liegt, geben Fahrgäste in Berlin im Schnitt nur knapp 8 Prozent. Auch Städte wie Hamburg und Stuttgart zeigen überdurchschnittliche Werte, während der Osten Deutschlands zurückhaltender agiert.
Einflussfaktoren: Einkommen, Service und Zahlungsmethode
Neben regionalen Gepflogenheiten spielt laut der Online-Befragung von Statista (2025) vor allem das Einkommen eine Rolle. Befragte aus einkommensstarken Haushalten gaben zu, häufiger aufzurunden und auch bei Kartenzahlung nicht auf das Trinkgeld zu verzichten.
Ein weiterer Faktor: die Art des Dienstes. Besonders TaxifahrerInnen, Lieferdienste und Gastronomiepersonal profitieren weiterhin von der Großzügigkeit der Deutschen – vor allem, wenn der Kundenkontakt persönlich und freundlich ausfällt.
Digitale Zahlungen fördern Trinkgeldbereitschaft
Entgegen älterer Prognosen nimmt die Trinkgeldbereitschaft durch bargeldlose Zahlungen nicht ab, sondern steigt laut einer YouGov-Umfrage vom Mai 2025 sogar leicht. Etwa 62 Prozent der Befragten gaben an, über Apps oder Kartenterminals häufiger Trinkgeld zu geben, weil der Bezahlvorgang einfacher und spontaner erfolgt.
App-basierte Dienste wie Free Now, Uber und Wolt spielen dabei eine Vorreiterrolle: Über 40 % der NutzerInnen gaben an, automatisch einen Trinkgeldbetrag einzustellen – meist zwischen 5 und 10 %.
Regionale Trinkgeld-Hotspots 2025
Laut Social-Media-Auswertungen von Twitter/X und TikTok werden bestimmte Regionen regelmäßig als besonders großzügig hervorgehoben. Dazu zählen:
- München: Hohe Lebenshaltungskosten und Servicekultur fördern höhere Trinkgelder.
- Hamburg: Touristische Dynamik und Gastro-Szene treiben Großzügigkeit an.
- Düsseldorf: Starke Kaufkraft, viele Business-Kunden.
- Leipzig: Jüngere Bevölkerung mit wachsender digitaler Zahlungsbereitschaft.
Im Norden und Osten sind Trinkgelder tendenziell niedriger – hier spielt laut ForscherInnen das geringere Durchschnittseinkommen eine Hauptrolle.
Fazit: Großzügigkeit bleibt – nur die Form ändert sich
Das Trinkgeld bleibt ein fester Bestandteil des deutschen Alltags, auch wenn sich die Bezahlkultur wandelt. Während Bargeld an Bedeutung verliert, wächst die Bereitschaft, kleinen Beträgen digital Ausdruck von Wertschätzung zu verleihen.
Quellen
Ein Jahr voller Fahrgäste: Hier zahlen die Deutschen das meiste Trinkgeld
Trinkgeld: In dieser deutschen Stadt wird am meisten gegeizt
