Die Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst Länder sind in einer entscheidenden Phase angekommen, mit der dritten Runde in Potsdam am 10. und 11. Februar 2026. Gewerkschaften wie ver.di kritisieren das Arbeitgeberangebot scharf, während beide Seiten Kompromisse anstreben.
Dritte Runde gestartet
In der dritten Verhandlungsrunde haben die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) Eckpunkte für eine stufenweise Entgelterhöhung um insgesamt fünf Prozent über 29 Monate vorgelegt. Verdi-Vizechefin Behle bezeichnete das Angebot als zu niedrig und die Laufzeit als zu lang. Betroffen sind über 900.000 Tarifbeschäftigte sowie rund 1,3 Millionen Beamte, auf die das Ergebnis übertragen werden soll.
Forderungen der Gewerkschaften
Ver.di und der Deutsche Beamtenbund (dbb) fordern sieben Prozent mehr Gehalt oder mindestens 300 Euro monatlich für die Beschäftigten in den Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst Länder. Die Gewerkschaften sehen im TdL-Vorschlag keinen Ausgleich für Inflation und Fachkräftemangel. Zudem kritisieren sie fehlende konkrete Zusagen zu Strukturfragen wie Eingruppierungen.
Arbeitgeberposition und Eckpunkte
Die TdL-Verhandlungsführer Andreas Dressel sprach von einem „guten Pfad“ Richtung Abschluss, berief sich aber auf finanzielle Belastungsgrenzen der Länder. Zu den Eckpunkten gehören Erhöhungen leicht über der Inflation in drei Stufen bis März 2028, ein Azubi-Paket mit 120 Euro mehr Entgelt sowie höhere Zulagen für Schichtarbeit. Verbesserungen für Studierende und Lehrkräfte sind vorgesehen, doch Gewerkschaften fordern mehr Sozialkomponenten.
Warnstreiks und Ausblick
Vor der Runde gab es bundesweite Warnstreiks, und weitere Aktionen drohen bei fehlendem Fortschritt. Eine schnelle Einigung gilt als unwahrscheinlich, die vierte Runde könnte folgen. Die Verhandlungen spiegeln den Druck durch steigende Lebenshaltungskosten wider.
Quellen
Dritte Runde der Tarifverhandlungen angelaufen – Verdi kritisiert Angebot der Arbeitgeber
Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst Länder: Auf dieses Szenario müssen wir uns jetzt einstellen