Das europäische Batterie-Joint-Venture Automotive Cells Company (ACC), das von Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies getragen wird, hat seine Pläne für eine Gigafactory in Deutschland endgültig aufgegeben.
Damit ist ein zentrales Industrieprojekt (u. a. für den Standort Kaiserslautern) vorerst vom Tisch, nachdem die Vorhaben bereits seit 2024 auf Eis lagen.
Wer betroffen ist (und welche Rolle Stellantis spielt)
ACC ist ein Gemeinschaftsunternehmen von TotalEnergies, Mercedes-Benz und Stellantis und sollte in Europa Batteriezellkapazitäten aufbauen.
Laut Bericht betrifft die Entscheidung sowohl das Projekt in Deutschland (Kaiserslautern) als auch das italienische Vorhaben in Termoli.
Gründe für das Scheitern
ACC begründet den Rückzug mit dem langsamer als erwartet wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge.
Zudem steht der Stopp im Kontext eines Strategiewechsels hin zu kostengünstigeren Batterietechnologien sowie einer Neubewertung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau neuer Werke.
Einordnung: Europas Batteriepläne unter Druck
Die geplanten ACC-Standorte waren Teil vieler Batterieprojekte in Europa, die helfen sollten, die Abhängigkeit von chinesischen Herstellern zu verringern.
Dass ACC nun Gespräche über die Modalitäten einer möglichen Stilllegung der Gigafactory-Projekte führt, zeigt, wie stark industriepolitische Ambitionen aktuell mit Marktnachfrage und Technologiekosten kollidieren.
Was als Nächstes zu erwarten ist
ACC erklärte, die Voraussetzungen für einen Neustart der Projekte in Deutschland und Italien seien derzeit nicht gegeben, und verwies auf laufende Gespräche mit Gewerkschaften zu einer möglichen Stilllegung.
Parallel verdeutlicht der Fall, dass Investitionsentscheidungen in der europäischen E‑Mobilitätskette stark von Nachfrageentwicklung, Förderlogik und Technologiepfaden (Kosten pro kWh, Produktionsprozesse) abhängen.
Quellen
Stellantis-Projekt in Deutschland geplatzt
Batteriepläne geplatzt: ACC stoppt Gigafabriken in Deutschland und Italien