Die US-Antidiskriminierungsbehörde Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) hat Ermittlungen gegen den Sportartikelhersteller Nike eingeleitet. Die Behörde wirft dem Konzern vor, durch seine Diversity, Equity and Inclusion (DEI)-Programme weiße Mitarbeiter und Bewerber systematisch benachteiligt zu haben. Die Untersuchung wurde öffentlich, als die EEOC vor einem Bundesgericht in Missouri einen Antrag stellte, um Nike zur Herausgabe von Daten zu zwingen, die bereits monatelang verweigert wurden.
Vorwürfe im Detail
Die EEOC untersucht Vorwürfe einer “Muster- oder Praxis der diskriminierenden Behandlung” weißer Angestellter bei Einstellungen, Beförderungen, Entlassungen und Weiterbildungsprogrammen. Gefordert sind Unterlagen seit 2018 zu ethnischen Daten der Belegschaft, Kriterien für Kündigungen sowie rassenbeschränkte Mentoring-Programme. Dies markiert den ersten großen Fall unter EEOC-Chefin Andrea Lucas, die DEI-Initiativen kritisiert und auf Rassendiskriminierung aus solchen Programmen hinweist.
Nikes Reaktion und Kontext
Nike bezeichnet die Eskalation als “überraschend und ungewöhnlich” und betont, bereits Tausende Seiten Dokumente geliefert zu haben. Der Konzern kooperiert weiter, lehnt aber die Vorwürfe ab. Die Ermittlungen passen in die Trump-Administration-Prioritäten, die DEI-Programme als potenziell diskriminierend gegenüber Weißen sehen. Experten sehen Nike als prominentes Testziel für diese Politik.
Quellen
US-Behörde ermittelt gegen Nike wegen angeblicher Diskriminierung
EEOC jagt Nike – Vorwürfe der Anti-Weiß-Diskriminierung