Die Bundesregierung will den stockenden Wohnungsbau in Deutschland mit einer neuen Finanzspritze ankurbeln. Laut dem Bundesbauministerium sollen rund 800 Millionen Euro für die Förderung bestimmter Neubauprojekte bereitgestellt werden. Ziel ist, Bauherren zu unterstützen, die besonders energieeffiziente und nachhaltige Gebäude errichten wollen.
Gefördert werden vor allem Neubauten, die dem Energiestandard EH40 entsprechen und zusätzlich Anforderungen an nachhaltiges Bauen erfüllen. Damit soll die Bauwirtschaft entlastet und gleichzeitig die Klimabilanz im Gebäudesektor verbessert werden.
Voraussetzungen und Förderbedingungen
Die Förderung ist an mehrere Bedingungen geknüpft. Bauherren müssen nachweisen, dass ihre Projekte höchste Standards in Energieeffizienz und Klimaschutz erfüllen. Zudem sollen soziale Kriterien – etwa bezahlbare Mieten und familienfreundliche Wohnraumgestaltung – eine größere Rolle spielen.
Geplant ist, die Mittel über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu vergeben. Förderfähige Projekte können zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse erhalten. Anträge sollen ab Anfang 2026 gestellt werden können, sobald die neue Förderrichtlinie in Kraft tritt.
Warum viele genehmigte Wohnungen bisher nicht gebaut wurden
Obwohl in den letzten Jahren zahlreiche Baugenehmigungen erteilt wurden, wurden viele Projekte nicht umgesetzt. Hauptgründe sind die stark gestiegenen Baukosten, hohe Zinsen und Materialengpässe. Diese Faktoren haben viele Bauherren zum Rückzug gezwungen.
Auch die Unsicherheit über staatliche Förderprogramme hat zur Zurückhaltung beigetragen. Branchenvertreter kritisieren, dass die Förderbedingungen häufig wechseln und somit keine Planungssicherheit besteht. Mit dem neuen Programm erhofft sich die Bundesregierung mehr Stabilität und Investitionsanreize im Wohnungsbau.
Ziel: Mehr bezahlbarer Wohnraum trotz Krise
Bundesbauministerin Klara Geywitz betonte, dass es trotz schwieriger Rahmenbedingungen gelingen müsse, ausreichend neuen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das Förderpaket über 800 Millionen Euro soll ein wichtiger Schritt dahin sein, das von der Bundesregierung gesetzte Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wieder greifbarer zu machen.
Die Bauwirtschaft reagierte verhalten optimistisch: Zwar begrüße man neue Fördermittel, doch ohne zusätzliche Entlastungen und vereinfachte Genehmigungsverfahren werde der Wohnungsbau weiterhin hinter den Zielen zurückbleiben.
Quellen
Regierung reaktiviert Neubauförderung mit 800 Millionen Euro – tageblatt.de
Regierung will 800 Millionen für Neubauförderung bereitstellen – spiegel.de