Die Meyer Werft in Papenburg, Deutschlands führende Kreuzfahrt-Schiffswerft, gerät in eine Krise. Nach der Übernahme durch Bund und Land Niedersachsen im September 2024 kam es zu massiven Unruhen unter den Beschäftigten. Berichte sprechen von einer regelrechten Meuterei, ausgelöst durch Missmanagement und unklare Zukunftsperspektiven.
Hintergrund der Werftkrise
Die Meyer Werft, seit 1795 familiengeführt, baute Luxus-Kreuzfahrtschiffe für Disney und Carnival. Die COVID-Pandemie und steigende Kosten führten zu einem Finanzloch von 2,8 Milliarden Euro. Der Bund und Niedersachsen übernahmen 80 Prozent der Anteile für 400 Millionen Euro, um 3.300 Jobs zu sichern. Doch kurz darauf deckten sich systemische Buchhaltungsfehler auf, von denen die Meyer-Familie nichts wusste.
Auslöser der Meuterei
Im Oktober 2025 unterzeichneten Bernard Meyer und Söhne Jan sowie Tim ein Schreiben, das die Staatskontrolle kritisierte. Arbeiter protestierten gegen fehlende Transparenz und Lohnkürzungen. Der Spiegel berichtet von “Zoff um Deutschlands Kreuzfahrt-Schmiede”, mit Streiks und Kundgebungen. Professor Max Johns nannte militärische Argumente für die Rettung “rückwirkend erfunden”.
Folgen und Ausblick
Die Meuterei gefährdet laufende Aufträge wie Disney Destiny (2025). Die Werft sucht nun Investoren bis 2028. Niedersachsen betont die systemische Relevanz für die maritimen High-Tech-Jobs. Experten fordern Reformen, um Konkurrenz aus Asien zu halten.
Quellen
Meyer Werft in Aufruhr: Meuterei der Werftarbeiter
Skandal um Meyer Werft: Meuterei nach Staatsrettung
