Ein Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs in Kempten soll in hunderten Fällen Münzgeld aus Parkscheinautomaten entnommen haben. Die Summe soll sich auf mehr als eine Million Euro belaufen. Der Mann war für die Leerung der Automaten zuständig, was ihm die Gelegenheit gab, das Geld zu entwenden.
Wie wurde der Diebstahl entdeckt?
Die Polizei wurde durch eine Meldung einer Bank auf den Fall aufmerksam. Wiederholte Bargeldeinzahlungen auf mehrere Konten des Mannes, die auch seine Ehefrau mitnutzt, lösten Verdachtsmomente bezüglich Geldwäsche aus. Dies führte zu einer Einleitung von Ermittlungen und Festnahmen.
Die Vorgaben für die Automatenleerung und Sicherheitsmängel
Offiziell gilt das Vier-Augen-Prinzip bei der Leerung der Geldkassetten in den Parkscheinautomaten. Seit 2008 wird dies ohne Schlüssel für die Mitarbeiter gemacht, und die Kassetten werden an eine Geldlogistikfirma gegeben. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Unterschlagung über viele Jahre unentdeckt blieb, da die Kontrollen offenbar lückenhaft waren.
Reaktionen und zukünftige Maßnahmen der Stadt Kempten
Die Stadtverwaltung kündigte an, die Öffnung und Leerung der Automaten künftig an private Dienstleister zu übergeben. Zudem sollen Schlösser ausgetauscht und eine Kommission eingerichtet werden, um die Abläufe bei der Parkgebühren-Einsammlung zu überprüfen und Missbrauch zu verhindern.
Quellen
Stadtmitarbeiter stiehlt über eine Million Euro in Münzen
Stadtmitarbeiter in Bayern soll eine Million Euro aus Parkautomaten gestohlen haben