Gerresheimer, der Düsseldorfer Verpackungsspezialist für Pharma- und Kosmetikprodukte, steht vor einer schweren Krise. Die jüngsten Entwicklungen drehen sich um Buchhaltungsfehler und eine BaFin-Untersuchung, die die Aktie massiv einbrechen ließen.
Verschiebung der 2025-Bilanz
Gerresheimer hat die Veröffentlichung der Jahresergebnisse für 2025 verschoben, ursprünglich geplant für den 26. Februar. Grund ist eine erweiterte Untersuchung zu Umsatzerkennung und Buchhaltungspraktiken durch ein zweites Prüfungsbüro. Vorläufige Erkenntnisse deuten auf Verstöße einzelner Mitarbeiter gegen interne Richtlinien und IFRS-Standards hin.
BaFin-Ermittlungen und Führungswechsel
Seit September 2025 prüft die BaFin die Bilanzen von Gerresheimer auf vorzeitige Umsatzerkennung. Der Konzern musste bereits CEO Dietmar Siemssen und CFO Bernd Metzner verabschieden; Uwe Röhrhoff ist interim CEO. Personelle Konsequenzen wurden gezogen, doch der Schaden für 2024 beläuft sich auf 35 Millionen Euro Umsatz- und 24 Millionen Euro Gewinnrückgang.
Aktiensturz und Verkaufspläne
Die Gerresheimer-Aktie fiel am 11. Februar 2026 um bis zu 35 Prozent auf den tiefsten Stand seit 2009, notierend unter 20 Euro. Parallel startet der Verkauf der US-Tochter Centor zur Kapitalstärkung; ein Glaswerk in Chicago soll schließen. Abschreibungen in Höhe von 220 bis 240 Millionen Euro werden verbucht.
Ausblick für 2026
Trotz Umsatzrückgangs von bis zu 4 Prozent in 2025 erwartet Gerresheimer für 2026 Umsätze von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro bei einer bereinigten Marge von 18 bis 19 Prozent. Der Verkauf der Moulded-Glass-Sparte wird verschoben.
Quellen
Das deutsche Unternehmen Gerresheimer warnt davor, dass eine Buchhaltungsprüfung die Ergebnisse für 2025 beeinträchtigen könnte.
Gerresheimer stürzt ab, nachdem es Ergebnisse verschiebt und vor einer Buchhaltungsuntersuchung warnt