Ein groß angelegter Polizeieinsatz hat in mehreren Bundesländern ein Netzwerk aufgedeckt, das gefälschte Meisterbriefe und Handwerkszeugnisse vertrieben haben soll. Nach Angaben der Ermittler stehen mindestens zehn Personen im Verdacht, die gefälschten Dokumente hergestellt und gegen teils hohe Summen verkauft zu haben. Sie sollen damit vor allem in der Bau- und Elektrotechnikbranche tätig geworden sein, um Aufträge zu erhalten, für die eine Meisterqualifikation gesetzlich vorgeschrieben ist.
Ermittlungen von langer Hand
Die Spur der Ermittler führte über Monate hinweg durch verschiedene Bundesländer. Ausgangspunkt war ein Hinweis einer Handwerkskammer, die Unstimmigkeiten bei eingereichten Meisterbriefkopien bemerkte. Im Rahmen der Durchsuchungen wurden Server, Druckmaschinen, Datenträger sowie mehrere Blanko‑Vorlagen sichergestellt. Nach Polizeiangaben könnten weit über hundert gefälschte Dokumente im Umlauf sein.
Handwerkskammern warnen vor gravierenden Folgen
Die Handwerkskammern sehen in den Fälschungen nicht nur einen Betrug, sondern auch eine Gefahr für die Qualität und Sicherheit in den betroffenen Branchen. „Der Meisterbrief steht für Qualifikation und Verbraucherschutz“, sagte ein Sprecher der Handwerkskammer Köln. Man appelliere an Kunden, bei Auftragnehmern auf die Echtheit der Zertifikate zu achten und im Zweifel bei der zuständigen Kammer nachzufragen.
Staatsanwaltschaft prüft Haftbefehle
Gegen mehrere Hauptverdächtige erließ die Staatsanwaltschaft inzwischen Haftbefehle. Ihnen drohen Verfahren wegen Urkundenfälschung, Betrug und gewerbsmäßigen Delikten. Nach aktuellem Stand könnten die Ermittlungen noch Wochen andauern, da weitere Abnehmer und Komplizen im Ausland vermutet werden.
Quellen
Festnahmen wegen gefälschter Meisterbriefe
Polizeipresse Nordrhein‑Westfalen