Dienste wie Klarna, PayPal und Ratepay ermöglichen Ratenzahlungen ohne strenge Prüfungen, was besonders junge Menschen in finanzielle Schwierigkeiten bringt. Bisher galten Kleinstbeträge unter 200 Euro und zinsfreie Angebote als Ausnahmen vom Verbraucherkreditrecht, was zu unkontrollierter Verschuldung führte. Experten melden einen Boom solcher Mikrokredite, die den Überblick über Ausgaben erschweren und zu hohen Mahngebühren führen.
Aktuelle Risiken für Verbraucher
Nutzer häufen oft mehrere Ratenkäufe an, ohne die Gesamtbelastung zu erkennen, was Schufa-Einträge verschlechtert und weitere Kredite erschwert. Zinsen bei PayPal liegen bei bis zu 9,99 Prozent, bei Klarna bei 14,79 Prozent – teurer als klassische Ratenkredite. Zahlungsverzüge lösen hohe Gebühren aus und erhöhen das Risiko einer Schulden spirale.
Neue Regulierungen ab 2025
Ab 20. November 2025 hebt die EU-Richtlinie (EU) 2023/2225 die 200-Euro-Grenze auf; alle BNPL-Angebote zählen als Verbraucherkredite gemäß § 491 BGB. Anbieter müssen strenge Bonitätsprüfungen durchführen, inklusive Einkommens- und Ausgabenanalysen, vergleichbar mit Immobilienkrediten. Vorabinformationen via ESIS-Merkblatt werden obligatorisch, inklusive Widerrufsrecht von 14 Tagen.
Auswirkungen auf Anbieter und Kunden
Klarna und PayPal passen Prozesse an: Jeder Kauf erfordert nun detaillierte Prüfungen, was Genehmigungen verzögert und häufige Nutzer benachteiligt. Kunden profitieren von besserem Schutz, müssen aber pünktlich zahlen, um negative Schufa-Effekte zu vermeiden. Mahngebühren und Verzugszinsen erhalten Obergrenzen; Anbieter müssen auf Beratungsstellen hinweisen.
Quellen
PayPal, Klarna, Ratepay: Bequem kaufen, teuer zahlen
Kleinstkredite im Visier: Strengere Regeln für Ratenkäufe