In Deutschland sank die Zahl der Apotheken deutlich: Ende des dritten Quartals 2025 gab es nur noch rund 16.700 Apotheken bundesweit, das sind über 300 weniger als zum Jahresende 2024. Diese Zahl ist der niedrigste Stand seit den 1970er Jahren. Im Jahr 2025 wurden in den ersten neun Monaten 355 Apotheken geschlossen, dem standen lediglich 46 Neueröffnungen gegenüber. Dies bedeutet, dass jeden Tag mindestens eine Apotheke geschlossen wird „Jeden Tag schließt in Deutschland eine Apotheke“.
Hauptgründe für die Schließungen
Die Ursachen für das Apothekensterben sind vielfältig. Ein wesentlicher Grund ist das zu niedrige Apothekenhonorar, das seit über zehn Jahren kaum angehoben wurde. Zudem sehen viele Apotheker steigende Betriebskosten, Inflation, zunehmende Bürokratie und Auflagen als Belastungen. Auch der Fachkräftemangel und der Nachwuchsmangel, etwa weil qualifizierte Menschen andere Berufsfelder bevorzugen, führen zu vielen Schließungen. Die Nachfolgeregelung bereitet vielerorts Probleme, wenn Inhaber in den Ruhestand gehen und keine Nachfolger finden.
Auswirkungen auf die Arzneimittelversorgung
Das Apothekensterben sorgt vor allem in ländlichen Regionen für Versorgungslücken, da Apotheken in immer größerer Entfernung zueinander liegen. Die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln und die persönliche Beratung könnten darunter leiden. Auch in städtischen Gebieten ist die Apothekendichte bereits rückläufig. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Lage, sofern nicht rasch Honoraranpassungen und Regelungen zur finanziellen Entlastung umgesetzt werden.
Politische und gesellschaftliche Forderungen
Um das Apothekensterben zu stoppen, fordern Apothekenverbände vor allem eine dynamischere Anpassung der Apothekenvergütung sowie eine Reform bürokratischer Strukturen. Außerdem wird gefordert, die Attraktivität des Apothekerberufs zu steigern, um Nachwuchs zu sichern. Die Politik steht vor der Herausforderung, den drohenden Versorgungsengpässen entgegenzuwirken, damit die Arzneimittelversorgung in Deutschland weiterhin gewährleistet bleibt.
Diese Entwicklung zeigt, dass das traditionelle Apothekennetz in Deutschland vor erheblichen Herausforderungen steht und dringender Reformen bedarf, um eine hochwertige und wohnortnahe Arzneimittelversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen.
Quellen
Jeden Tag schließt in Deutschland eine Apotheke
Mehr als 300 Apotheken mussten seit Jahresbeginn schließen


