Ein plötzlicher Wintereinbruch hat am Dienstag für ein massives Verkehrschaos im Großraum Paris gesorgt. Laut Angaben des französischen Verkehrsministeriums summierten sich die Staus auf über 1000 Kilometer, nachdem innerhalb weniger Stunden mehrere Zentimeter Neuschnee gefallen waren. Besonders betroffen waren die Autobahnen A6, A10 und A86, die zu den Hauptverkehrsadern der Île-de-France zählen.
Busse, Lkw und Pkw kamen vielerorts zum Stillstand, während Rettungsdienste und Winterdienste im Dauereinsatz waren. Zahlreiche Autofahrer verbrachten die Nacht in ihren Fahrzeugen.
Skurrile Szenen auf verschneiten Straßen
In sozialen Netzwerken kursieren Videos von Menschen, die mitten auf der Autobahn Schneemänner bauten oder improvisierte Schneeballschlachten starteten. Andere Anwohner boten gestrandeten Fahrern heißen Tee oder Decken an.
Die französische Polizei appellierte über X (ehemals Twitter) an die Bürger, unnötige Fahrten zu vermeiden und nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Regierung warnt vor weiterer Glättegefahr
Meteorologen erwarten auch in den kommenden Tagen anhaltende Minusgrade, wodurch sich die Lage weiter zuspitzen könnte. Die Regierung kündigte zusätzliche Maßnahmen zur Schneeräumung und Streuung an. Zudem wurde der öffentliche Nahverkehr in einigen Regionen verstärkt, um Pendler zu entlasten.
Präsident Emmanuel Macron ließ durch seinen Sprecher mitteilen, dass alle relevanten Dienste „mobilisiert“ seien, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.
Hintergrund: Frankreichs Winterinfrastruktur auf dem Prüfstand
Extreme Wetterlagen wie diese stellen Frankreichs Straßennetz regelmäßig vor Herausforderungen. Zwar wurde nach dem Winter 2018, als ein ähnliches Chaos herrschte, in neue Streufahrzeuge investiert, dennoch bleibt die Vorbereitung vielerorts unzureichend.
Kritiker fordern eine bessere Koordination zwischen den Regionen sowie frühzeitige Warnsysteme, um ähnliche Szenarien künftig zu vermeiden.
