Ein spektakulärer Kunstdiebstahl hat am späten Mittwochabend das Pariser Kunstmuseum Louvre erschüttert. Nach Angaben der Behörden drangen mindestens drei maskierte Täter kurz vor Mitternacht in den Südflügel des Museums ein und entwendeten mehrere wertvolle Gemälde aus dem 17. Jahrhundert. Der gesamte Einsatz soll weniger als zehn Minuten gedauert haben.
Polizei wenige Sekunden zu spät
Laut Ermittlern trafen die ersten Einsatzkräfte nur 30 Sekunden nach der Flucht der Täter am Tatort ein. „Unsere Einheiten waren bereits in der Nähe, aber die Täter agierten äußerst präzise und kannten offensichtlich die Alarmrouten“, erklärte eine Sprecherin der Pariser Polizei. Die Flucht erfolgte über einen Lieferausgang, der offenbar zuvor manipuliert worden war.
Hoher Schaden, noch keine Spur
Der Wert der gestohlenen Kunstwerke wird auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. Nach Angaben des französischen Kultusministeriums handelt es sich unter anderem um Werke von Rembrandt und Vermeer. Internationale Ermittlungen wurden bereits eingeleitet; Interpol ist über den Fall informiert.
Verdacht auf Insiderwissen
Ermittler prüfen derzeit, ob die Täter Unterstützung von Museumsangestellten erhalten haben könnten. Das Sicherheitssystem des Louvre gilt als eines der modernsten in Europa, weshalb ein gezielter Zugriff auf bestimmte Galerien auf Insiderwissen hindeutet. Auch Kameraaufzeichnungen und elektronische Zutrittsprotokolle werden ausgewertet.
Öffentliche Reaktionen und politische Dimension
Der Raub hat in Frankreich eine erneute Debatte über den Schutz nationaler Kulturgüter ausgelöst. „Das ist ein Angriff auf das kulturelle Erbe unseres Landes“, erklärte Kulturministerin Amélie Dupont. Der Louvre selbst bleibt bis auf Weiteres teilweise geschlossen, um Sicherheitssysteme zu überprüfen und Personal zu schulen.
Quellen
Polizei verpasste die Louvre-Diebe um 30 Sekunden
Louvre-Täter entkamen nur knapp der Polizei

