Die Grünen wollen an der umstrittenen „Rente mit 63“ rütteln und fordern eine grundlegende Reform der Frühverrentung. In ihrem aktuellen Rentenpapier kritisieren sie, dass Programme zur Frühverrentung die Fachkräftebasis schwächen und die Rentenversicherung langfristig belasten. Stattdessen plädieren sie dafür, die Rente mit 63 künftig nur noch für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen zu ermöglichen und Anreize für längeres Arbeiten zu schaffen. Ziel ist es, das Rentenniveau dauerhaft bei mindestens 48 Prozent zu sichern und die gesetzliche Rentenversicherung zukunftsfest zu machen.
Grüne fordern Einschränkung der Rente mit 63
Die Grünen haben sich klar gegen die bisherige Praxis der „Rente mit 63“ positioniert. In ihrem achtseitigen Rentenpapier argumentieren sie, dass die Frühverrentung nicht mehr zeitgemäß sei und die Fachkräftebasis in Deutschland schwäche. Besonders kritisiert wird, dass viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand gehen, obwohl sie gesundheitlich noch voll einsatzfähig wären. Die Grünen fordern daher, dass die Rente mit 63 ab 2030 nur noch für Menschen gelten soll, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeitsfähig sind. Damit soll das tatsächliche Renteneintrittsalter angehoben und die Fachkräftebindung gestärkt werden.
Anreize für längeres Arbeiten
Um die Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu fördern, schlagen die Grünen neue arbeitsrechtliche Regelungen vor. So sollen unbefristete Arbeitsverträge nicht mehr automatisch mit Erreichen des regulären Renteneintrittsalters enden. Zudem sollen Anreize geschaffen werden, damit Menschen über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeiten können. Dazu gehören flexible Übergänge in Altersteilzeit und finanzielle Anreize, etwa durch die Auszahlung des Arbeitgeberbeitrags zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung an Beschäftigte, die auf freiwillige Rentenbeiträge verzichten. Die Grünen betonen, dass längeres Arbeiten freiwillig und nicht erzwungen sein soll.
Rentenniveau bei 48 Prozent sichern
Ein zentrales Ziel der Grünen ist die dauerhafte Sicherung des Rentenniveaus bei mindestens 48 Prozent. Sie fordern, dass das Rentenniveau nicht weiter sinkt und auch künftige Generationen auf eine auskömmliche Rente vertrauen können. Um dies zu erreichen, soll die Finanzierung der Rentenversicherung breiter aufgestellt werden. Neben Arbeitnehmern und Arbeitgebern sollen auch Abgeordnete und nicht anderweitig abgesicherte Selbstständige künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Die Grünen wollen zudem die Grundrente zu einer Garantierente nach 30 Versicherungsjahren weiterentwickeln, um Altersarmut zu vermeiden.
Kritik an der aktuellen Rentenpolitik
Die Grünen kritisieren die Pläne der Bundesregierung, die sogenannte „Aktivrente“ einzuführen. Sie halten diese für verfassungsrechtlich fragwürdig, da das Alter nicht entscheidend für die Höhe der Steuern sein dürfe. Stattdessen plädieren sie für eine faire und nachhaltige Finanzierung der Rentenversicherung. Die Grünen betonen, dass die Rente mit 63 für besonders langjährig Versicherte, die aus gesundheitlichen Gründen nicht länger arbeiten können, weiterhin erhalten bleiben soll. Sie fordern jedoch, dass die Frühverrentung nicht mehr als Standardlösung gilt, sondern nur noch in Ausnahmefällen gewährt wird.
Quellen
Grüne wollen an der “Rente mit 63” rütteln
Finger weg von der Rente ab 63!