Mohammad Bagher Ghalibaf gilt als einer der mächtigsten nicht‑geistlichen Politiker im Iran. Er ist seit 2020 Parlamentspräsident der Islamischen Republik und zuvor unter anderem Chef der Polizei und Kommandeur der Luft‑ und Raumfahrtkräfte der Revolutionsgarde. Seine politische Karriere verbindet Sicherheits‑ und Verwaltungsfunktionen mit einer starken Position im konservativen Lager, der sogenannten „Prinzipalisten“.
Aktuelle Rolle im Kriegs‑ und Konfliktgeschehen
Mit der Eskalation der Spannungen zwischen Iran, den USA und Israel im Jahr 2026 rückt Mohammad Bagher Ghalibaf immer stärker ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Medien berichten, dass er nach mehreren Anschlägen auf Spitzenvertreter des iranischen Establishments als de‑fakto‑Führungsfigur der Kriegsbemühungen des Landes wahrgenommen wird.
Ghalibaf hat wiederholt angekündigt, dass Iran auf Angriffe „augen um aug“ reagieren und seine Vergeltungsschläge gegen US‑ und israelische Ziele fortsetzen werde. Er betont, dass der Iran auf „alle Szenarien vorbereitet“ sei – inklusive eines möglichen Falls der Führung durch den Obersten Führer – und deutet damit eine klare Verantwortungsübernahme an.
Ghalibaf und die US‑Iran‑Beziehungen
Zuletzt wurden in internationalen Medien Berichte verbreitet, wonach Mohammad Bagher Ghalibaf angeblich direkte Gespräche mit US‑Vertretern führen soll. Der Parlamentspräsident selbst bezeichnete diese Meldungen jedoch als „fake news“, die dazu dienen sollen, Finanz‑ und Öl‑Märkte zu manipulieren und die USA aus einer politischen Sackgasse zu befreien.
Dennoch bestätigte US‑Präsident Donald Trump, dass es Gespräche mit mehreren iranischen Führungspersönlichkeiten gebe, ohne konkrete Namen zu nennen. Diese Diskrepanz zwischen offiziellen Erklärungen und Medienberichten unterstreicht, wie zentral Ghalibaf in den aktuellen Verhandlungs‑ und Konfliktlinien um den Iran steht.
Innenpolitische Stellung und Kontroversen
Innerhalb des Irans gilt Mohammad Bagher Ghalibaf als feste Größe im konservativen Lager. Er wurde 2025 erneut als Parlamentspräsident bestätigt und erhielt dafür die Mehrheit der Stimmen im Parlament. Zugleich wird ihm von Menschenrechtsorganisationen vorgeworfen, eine Schlüsselrolle bei der Unterdrückung von Protesten über mehrere Jahrzehnte hinweg gespielt zu haben.
Für Außenstehende markiert die aktuelle Berichterstattung über Mohammad Bagher Ghalibaf einen wichtigen Indikator dafür, wie stark die iranische Führung in der außenpolitischen Krise auf erfahrene Sicherheits‑ und Verwaltungschefs setzt. Seine öffentlichen Auftritte und Stellungnahmen bleiben damit ein zentraler Punkt für die Einordnung der Lage im Iran im Jahr 2026.
Quellen
Mohammad Bagher Ghalibaf zum sechsten Mal in Folge zum Parlamentspräsidenten des Iran wiedergewählt
Der iranische Parlamentspräsident rückt nach den Attentaten als Schlüsselfigur im Krieg in den Vordergrund