In Deutschland erinnern sich viele an schneereiche Winter der Vergangenheit, doch Daten des Deutschen Wetterdiensts (DWD) belegen einen klaren Rückgang der Schneetage und -bedeckung. Höhere Wintertemperaturen führen seit den 1950er-Jahren zu mehr Regen statt Schnee, besonders in tieferen Lagen. Dieser Artikel beleuchtet die Fakten basierend auf Messdaten und Studien.
Weiße Weihnachten seltener
Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten – definiert als mindestens 1 cm Schnee an Heiligabend, 1. und 2. Weihnachtsfeiertag – ist bundesweit um mehr als die Hälfte gesunken, verglichen die Perioden 1961–1990 mit 1991–2020. In München fiel sie von 33% auf 14%, in Freiburg von 17% auf unter 5%. Besonders im Süden Deutschlands hat sich der Trend verstärkt, da Schnee schneller schmilzt.
Rückgang der Schneetage
Seit den 1950er-Jahren stieg die mittlere Wintertemperatur um etwa 1,5 °C, was zu weniger Schneetagen führt, vor allem unter 2000 m Höhe. In München reduzierten sich Schneetage von 60 auf 30–40 pro Winter. Im Tiefland und Mittelgebirgen verkürzt sich die Schneesaison um 22–34 Tage.
Regionale Unterschiede
Während in den Alpen oberhalb 2000 m die Schneemengen stabiler bleiben, sinkt die Bedeckung im Winter unter 2000 m und im Frühling in allen Lagen. In Norddeutschland fehlen dichte Messdaten, doch der Trend zu weniger Schnee ist nationwide erkennbar. Extremwinter wie 1978/79 bleiben Ausnahmen, werden durch Klimawandel sogar wahrscheinlicher, aber unzuverlässiger.
Klimawandel als Ursache
Höhere Temperaturen bedingen mehr Regen statt Schnee und schnellere Schmelze durch fehlende kalte Hochdrucklagen. Deutschland zählt zu den Ländern mit starkem Verlust kalter Wintertage. Prognosen deuten auf weitere Abnahme hin, mit mehr Extremen statt verlässlichem Schnee.
Quellen
Lag früher mehr Schnee?
Hat es Weihnachten früher öfter geschneit?

