Bundesregierung will verpflichtende Warnsysteme gegen Dooring-Unfälle im Straßenverkehr​

05/12/2025
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Dooring-Unfälle entstehen, wenn die Tür eines parkenden oder haltenden Fahrzeugs plötzlich geöffnet wird und Radfahrende oder E‑Roller-Nutzende dagegenprallen oder ausweichen müssen. Solche Unfälle führen häufig zu schweren Verletzungen, weil die Betroffenen ungeschützt auf Fahrbahn, Bordstein oder in den fließenden Verkehr stürzen.

In vielen Städten gehören Dooring-Kollisionen seit Jahren zu den typischen Unfallkonstellationen im Radverkehr, insbesondere dort, wo Schutzstreifen oder Radwege dicht an Parkreihen vorbeiführen. Laut Versicherern hängt ein erheblicher Teil der Unfälle mit parkenden Fahrzeugen zusammen, was die Relevanz technischer und verhaltensbezogener Gegenmaßnahmen unterstreicht.

Pläne der Bundesregierung

Nach Medienberichten plant die Bundesregierung, Türwarnsysteme in Fahrzeugen verpflichtend vorzuschreiben, um Dooring-Unfälle zu vermeiden. Diese Systeme sollen beim Öffnen der Türen vor von hinten herannahenden Radfahrenden und anderen Verkehrsteilnehmenden warnen und im Idealfall ein automatisches Stoppen des Öffnungsvorgangs ermöglichen.

Das Bundesverkehrsministerium betont, das Thema werde mit hoher Priorität bearbeitet, um insbesondere Menschen zu schützen, die dicht an parkenden Autos vorbeifahren müssen. Vorgesehen ist eine Pflicht für Assistenzsysteme wie die Türöffnungswarnung bei neuen Fahrzeugen; Details zu Übergangsfristen oder Nachrüstoptionen sind noch nicht öffentlich konkretisiert.

Rolle der Autohersteller und Technik

Kfz-Hersteller sollen künftig verpflichtet werden, entsprechende Warn- und Assistenzsysteme serienmäßig in ihre Modelle zu integrieren. Technisch setzen viele Lösungen auf Radar-, Ultraschall- oder Kamerasensoren, die den Bereich hinter und neben dem Fahrzeug überwachen und beim Erkennen von herannahenden Radfahrenden optische oder akustische Warnungen auslösen.

Neben einer einfachen Türöffnungswarnung werden von Verbänden Systeme gefordert, die den Türöffnungsmechanismus automatisch blockieren oder abbremsen, wenn ein Zusammenstoß droht. Solche Fahrzeugsicherheitssysteme knüpfen an bereits etablierte Assistenzfunktionen an, etwa Totwinkelwarner oder Auspark-Assistenten, und erweitern sie speziell um den Dooring-Schutz.

Reaktionen von Verbänden und Expertinnen

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) begrüßt die Pläne ausdrücklich und verweist darauf, dass eine Türöffnungswarnung mit automatischem Stoppsystem seit Jahren gefordert wird. Aus Sicht des ADFC ist die Technik ein wichtiger Baustein, ersetzt aber nicht die Notwendigkeit sicherer Radinfrastruktur und ausreichender Abstände zu Parkreihen.

Auch Fachleute für Verkehrssicherheit verweisen darauf, dass technische Systeme mit Verhaltensänderungen kombiniert werden müssen, etwa dem gezielten Blick nach hinten vor dem Öffnen der Tür oder Methoden wie dem „holländischen Griff“. Verkehrsorganisationen sehen die Pläne der Bundesregierung deshalb als Schritt in einem Gesamtpaket aus Infrastruktur, Regulierung, Fahrzeugtechnik und Aufklärung.

​Quellen

Bundesregierung will verpflichtende Warnsysteme gegen Dooring-Unfälle
Autohersteller sollen zu Türwarnsystemen verpflichtet werden

Matthias Otto

Matthias Otto

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