Rund 500 Polizistinnen und Polizisten waren am Samstag in Berlin im Einsatz, um eine Kundgebung gegen Polizeigewalt abzusichern. Laut der Berliner Polizei nahmen mehrere Hundert Menschen an dem Protest teil, der am späten Nachmittag in Mitte begann. Die Demonstration verlief weitgehend friedlich, doch die Polizei sprach von vereinzelten Provokationen und kleineren Rangeleien.
Organisiert wurde der Protest von einem Bündnis mehrerer zivilgesellschaftlicher Gruppen, die auf strukturelle Probleme innerhalb der Polizei aufmerksam machen wollten. In Redebeiträgen forderten Aktivistinnen und Aktivisten mehr Transparenz, unabhängige Kontrollinstanzen und eine bessere Aufarbeitung von Fällen übermäßiger Gewaltanwendung durch Beamtinnen und Beamte.
Großeinsatz als Reaktion auf frühere Zwischenfälle
Der Einsatz von 500 Polizisten galt als Vorsichtsmaßnahme. In den vergangenen Jahren hatten ähnliche Demonstrationen vereinzelt zu Auseinandersetzungen geführt. Daher bereitete sich die Polizei mit einem lageangepassten Konzept vor, das auch Einheiten der Bereitschaftspolizei und Kommunikationsteams einschloss.
„Unser Ziel war es, die Versammlungsfreiheit zu gewährleisten und gleichzeitig für Sicherheit zu sorgen“, erklärte ein Polizeisprecher am Abend. Bei der Kundgebung seien Personalien kontrolliert und pyrotechnische Gegenstände sichergestellt worden.
Politische und gesellschaftliche Reaktionen
Berlins Innensenator zeigte sich zufrieden mit dem grundsätzlich friedlichen Verlauf, betonte jedoch, dass Kritik an der Polizei „auf sachlicher Ebene“ erfolgen müsse. Vertreter mehrerer Parteien äußerten sich differenziert: Während Linke und Grüne eine intensivere Aufarbeitung von Polizeigewalt forderten, sprach die CDU von einer „pauschalen Verurteilung von Polizisten“, die dem gesellschaftlichen Vertrauen schade.
Zivilgesellschaftliche Organisationen kündigten an, den Dialog mit Politik und Polizei fortsetzen zu wollen. Sie verwiesen auf den internationalen „Tag gegen Polizeigewalt“, der jährlich am 15. März begangen wird.
Quellen
500 Polizisten bei Berliner Demo gegen Polizeigewalt
Einsatzkräfte lösen Versammlung auf: Beamte bei Anti-Polizei-Demo in Berlin-Friedrichshain attackiert