Alexander Lukaschenko, der belarussische Machthaber, lässt auf Drängen von US-Präsident Donald Trump 123 politische Gefangene frei, darunter prominente Oppositionelle wie Nobelpreisträger Ales Bialiatski und Maria Kalesnikowa. Im Gegenzug hebt die Trump-Administration Sanktionen gegen die belarussische Kalidünger-Industrie und Belavia auf, was Minsk wirtschaftlich entlastet. Diese Entwicklungen folgen intensiven Gesprächen mit US-Sondergesandtem John Coale Ende Dezember 2025.
Strategische Gründe für Lukaschenkos Kurswechsel
Lukaschenko sucht Unabhängigkeit von Wladimir Putin, von dem er seit den Protesten 2020 abhängig ist, und positioniert sich als nützlicher Kanal zwischen Washington und Moskau im Ukraine-Krieg. Er lobt Trumps Friedensinitiativen öffentlich und signalisiert Bereitschaft zu Vermittlung, um in Verhandlungen nicht übergangen zu werden und Sanktionserleichterungen für Belarus zu sichern. Die Freilassungen dienen als günstiges Zugeständnis, das Trump humanitär aufwerten kann, ohne Lukaschenkos repressives Regime grundlegend zu ändern.
Reaktionen und Risiken
Europäische Staaten bleiben skeptisch, da Lukaschenko weiterhin Putins Verbündeter ist und Belarus als „großes Gefängnis“ gilt, mit über 1.000 verbleibenden politischen Häftlingen. Kritiker warnen, Trumps Politik legitimiere den Diktator und schwäche die EU-Sanktionen, während Lukaschenko seine Macht festigt. Dennoch stärkt der Deal Minsk geopolitisch, solange Trump an Belarus als Hebel interessiert bleibt.
Quellen
Lukaschenkos Trump-Deal: Weg aus Putins Umklammerung
Belarus-Diktator umgarnt Trump – Freilassungen als Köder