Der bekannte Kinderpsychiater Michael Winterhoff steht seit Jahren im Fokus kritischer Berichte und rechtlicher Auseinandersetzungen. Am 3. März 2026 sprach das Bonner Landgericht ein Urteil gegen ihn.
Prozessbeginn und Vorwürfe
Der Prozess gegen Michael Winterhoff begann im Februar 2025 vor dem Landgericht Bonn. Ihm wurde gefährliche Körperverletzung in 36 Fällen vorgeworfen, da er Kindern und Jugendlichen sedierende Medikamente wie Neuroleptika ohne ausreichende medizinische Indikation verschrieben haben soll. Ermittlungen laufen seit 2021, ausgelöst durch Recherchen von WDR und Süddeutscher Zeitung, die dubiose Behandlungsmethoden aufdeckten.
Höhepunkt der Enthüllungen
Neue Details kamen im Februar 2025 ans Licht: Michael Winterhoff hatte deutlich mehr Patienten betroffen, als zunächst bekannt. Durchsuchungen in 15 Jugendhilfeeinrichtungen führten zur Sicherung zahlreicher Akten. Die Staatsanwaltschaft Bonn prüfte Hunderte Fälle von Abrechnungsbetrug und unzulässiger Medikamentengabe.
Das Urteil von 2026
Das Landgericht Bonn verurteilte Michael Winterhoff zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Er wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung in sieben Fällen und fahrlässiger Körperverletzung schuldig gesprochen, wobei das Gericht eine heilende Absicht bei der Medikamentengabe annahm. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; Winterhoff weist die Vorwürfe zurück und beruft sich auf ordnungsgemäße Aufklärung.
Quellen
Was Kinderpsychiater Winterhoff vorgeworfen wird
Immer mehr Vorwürfe gegen Kinderpsychiater