Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2026 schätzt die Heritabilität der Lebensspanne auf etwa 50 bis 55 Prozent, wenn externe Faktoren wie Unfälle oder Infektionen herausgerechnet werden. Frühere Untersuchungen lagen bei 20 bis 30 Prozent, wurden aber durch soziokulturelle Effekte überschätzt. Forscher vom Weizmann-Institut in Israel analysierten Daten von Zwillingen und Geschwistern, um diesen genetischen Beitrag zu modellieren.
Wichtige Gene für Langlebigkeit
Spezifische Gene wie FOXO3 und APOE werden mit längerer Lebensdauer in Verbindung gebracht. FOXO3 reguliert Netzwerke gegen Alterung, während APOE-Varianten das Risiko für Demenz und Herzkrankheiten beeinflussen. Bei Hundertjährigen in Italien finden sich häufig DNA-Anteile von prähistorischen Jägern und Sammlern, die Entzündungen dämpfen.
Rolle von Lebensstil und Umwelt
Trotz starkem genetischen Einfluss überwiegen Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Sport und medizinische Versorgung in der modernen Gesellschaft. Die Lebenserwartung hat sich durch bessere Hygiene und Medizin verdoppelt, unabhängig von Genen. Genetik legt die Basis, Umwelt moduliert das Ergebnis.
Aktuelle Forschungsergebnisse
Die Studie in “Science” aus 2026 korrigiert frühere Modelle und hebt den genetischen Faktor hervor, besonders bei intrinsischer Mortalität. Daten aus Dänemark, Schweden und den USA bestätigen eine Heritabilität von rund 50 Prozent. Dennoch bleibt Langlebigkeit nicht vorbestimmt, da epigenetische und Umwelteinflüsse entscheidend sind.
Quellen
Ist Langlebigkeit erblich? Was unsere Gene darüber verraten
Gene haben viel größeren Einfluss auf Lebenserwartung als angenommen