Eva Schloss, die Stiefschwester des jüdischen Tagebuchmädchens Anne Frank, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Schloss, selbst Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, setzte sich ihr Leben lang für Holocaust-Aufklärung und Toleranz ein. Ihre Familie teilte mit, dass sie friedlich im Kreis ihrer Angehörigen in London verstorben sei.
Geboren 1929 in Wien, floh sie im Kindesalter mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten in die Niederlande. Dort verband sich ihr Schicksal später mit dem der Familie Frank, als ihre Mutter nach dem Krieg Otto Frank, Annes Vater, heiratete.
Stimme des Gedenkens und der Versöhnung
Eva Schloss widmete ihre zweite Lebenshälfte der Erinnerungskultur. Sie hielt weltweit Vorträge über ihre Erlebnisse im Holocaust und schrieb mehrere Bücher, darunter ihre Autobiografie “Eva’s Story: A Survivor’s Tale by the Stepsister of Anne Frank.”
Ihr Engagement brachte ihr internationale Anerkennung ein – sie wurde mehrfach für ihre Bildungsarbeit geehrt. Sie sprach oft über die Verantwortung junger Menschen im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus und galt als moralische Zeitzeugin einer Generation, die das Unbegreifliche erlebt hatte.
König Charles zeigt Anteilnahme
Der britische Monarch König Charles III. ließ in einer Mitteilung des Buckingham-Palasts sein Beileid ausdrücken. In seiner Botschaft würdigte er Eva Schloss als „eine bemerkenswerte Frau, die aus unermesslichem Leid Hoffnung und Mitgefühl geschaffen hat“. Auch Premierminister Rishi Sunak und zahlreiche jüdische Organisationen lobten ihren lebenslangen Einsatz für Frieden und Menschlichkeit.
Erinnerung, die weiterlebt
Eva Schloss hinterlässt eine große Familie sowie ein beeindruckendes Vermächtnis. Ihre Stiftung, die sich der Holocaust-Bildung widmet, soll ihre Arbeit fortsetzen. Zahlreiche Gedenkveranstaltungen sind in Großbritannien und den Niederlanden geplant.
Quellen
Zeitzeugin Eva Schloss verstorben: König Charles spricht Beileid aus
Nachruf auf Eva Schloss – Englands König trauert um Anne Franks Stiefschwester


