Angesichts klammer Kassen und steigender Energiekosten ziehen erste deutsche Städte die Weihnachtsbeleuchtung schon in der Adventszeit zurück oder stellen sie komplett ein. Die festliche Beleuchtung ist vielerorts nicht mehr bezahlbar, da Kommunen und Händler unter hohem finanziellen Druck stehen. So warnt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, vor einem dramatischen Rückgang des festlichen Lichterglanzes in den Innenstädten, was auch negative Auswirkungen für den Einzelhandel habe.
Beispiele aus deutschen Städten: Von Stuttgart bis Dresden
In mehreren Städten zeigt sich die Einsparung unterschiedlich: In Dresden fällt die Weihnachtsbeleuchtung der Königsstraße aus, da der Baumschnitt zur Anbringung der Lichter nicht finanziert werden konnte. Händler wollten einspringen, aber die Stadt lehnte ab. In Stuttgart wurden teure, leuchtende Skulpturen nicht aufgestellt, um Kosten zu sparen. Heidelberg schaltet die Lichter später an und schränkt die Leuchtdauer ein, um Strom zu sparen. In Hannover fehlt noch Geld, um die komplette Beleuchtung bis Weihnachten zu finanzieren, und in Schwelm wurde die Beleuchtung sogar gestohlen, Ersatz aber nicht finanziert.
Handel und Bürger als Kostenübernehmer
In einigen Städten übernehmen Händler und Anwohner teilweise oder vollständig die Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung. So tragen beispielsweise die Händler auf der Düsseldorfer Königsallee die Beleuchtungskosten selbst, müssen aber gleichzeitig auch Verwaltungskosten wie Straßenschildergebühren zahlen. Andere Städte, zum Beispiel Luckenwalde und Hildesheim, sammeln Spenden für den Erhalt der festlichen Beleuchtung.
Energiekrise und Klimaschutz: Forderungen an die Politik
Die aktuelle Energiekrise verstärkt die Problematik. Umweltorganisationen fordern, wegen der hohen Stromkosten und aus Klimaschutzgründen ganz auf Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten oder zumindest stark zu reduzieren. Die Politik wird zum Handeln aufgefordert, etwa durch bessere Abschreibungsmöglichkeiten für private Investitionen in Stadtzentren und niedrigere Energiepreise, um die Strahlkraft der Innenstädte in der Weihnachtszeit zu erhalten.
Alternativen und Spendenaktionen für die Weihnachtsbeleuchtung
Einige Städte setzen auf Spendenaktionen oder alternative Lichtkonzepte wie LED-Beleuchtung mit Ökostrom, um Kosten zu senken und gleichzeitig weihnachtliche Atmosphäre zu schaffen. Städtemarketing und Stadtwerke München nutzen beispielsweise nachhaltige LED-Leuchten und Ökostrom, um bis Januar 2026 für stimmungsvolle Lichtpunkte zu sorgen. Diese Alternative soll Energie sparen und ein positives Zeichen für den Klimaschutz setzen.
Quellen
Weihnachtsbeleuchtung: Erste Städte ziehen den Stecker!
So viel geben deutsche Haushalte für Weihnachtsbeleuchtung aus

