Nach 150 Jahren ist Schluss: Die Bäckerei Plentz, ein Familienunternehmen mit zehn Filialen in Berlin und Brandenburg, streicht ihren beliebten Kirschkuchen aus dem Sortiment. Bäckermeister Maximilian Schöppner erklärte gegenüber regionalen Medien, dass die Produktionskosten mittlerweile zu hoch seien, um den Kirschkuchen wirtschaftlich weiter anbieten zu können.
Gerade die gestiegenen Preise für Kirschen, Mehl und Energie setzen traditionellen Handwerksbetrieben massiv zu. „Wir wollen weiterhin mit Qualität backen, aber bei manchen Produkten lohnt sich die Herstellung einfach nicht mehr“, erklärte Schöppner.
Kostenexplosion trifft das Backhandwerk
In den vergangenen Jahren haben sich die Kosten für Grundzutaten und Energie nahezu verdoppelt. Branchenverbände wie der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks warnen, dass viele kleinere Betriebe mit ähnlichen Entscheidungen konfrontiert sind.
Auch bei Plentz werden strategische Anpassungen nötig, um das Sortiment wirtschaftlich zu halten. Statt des Kirschkuchens soll nun stärker auf saisonale Kuchen und Gebäckvarianten gesetzt werden, die regional besser kalkulierbar sind.
Tradition trifft auf Wirtschaftlichkeit
Die Bäckerei Plentz ist seit über 150 Jahren fester Bestandteil der Berliner Backkultur. Ihre zehn Standorte und Verkaufswagen sind besonders für handwerkliche Qualität und traditionelle Rezepte bekannt. Dass nun ausgerechnet ein so beliebtes Produkt wie der Kirschkuchen eingestellt wird, zeigt, wie stark steigende Rohstoffpreise und veränderte Verbrauchertrends selbst Traditionsbetriebe beeinflussen können.
Ob der Kirschkuchen eines Tages zurückkehrt, lässt Schöppner offen: „Wenn die Preise sich normalisieren, sehen wir weiter – aber im Moment ist es einfach nicht machbar“, betont er.
Quellen
Nach 150 Jahren! Berliner Bäcker streicht Kirschkuchen
Kostenexplosion trifft Berliner Backkultur – beliebter Kirschkuchen verschwindet nach 150 Jahren