Die Vereinigten Staaten haben ihre Einwanderungsregeln deutlich verschärft und die Visaverfahren für 75 Länder vorübergehend ausgesetzt. Die Maßnahme betrifft laut US-Außenministerium vor allem Bewerbungen für dauerhafte Aufenthalte, sogenannte Immigrant Visa. Zu den betroffenen Staaten zählen unter anderem Somalia, der Iran und Russland.
Nach Angaben eines Sprechers des State Department sei der Schritt Teil einer umfassenden Überprüfung der Sicherheitsstandards und Datenkooperationen mit ausländischen Behörden. Länder, die keine ausreichenden Informationen über Reisende liefern, sollen demnach künftig keinen regulären Visa-Prozess durchlaufen dürfen.
Begründung mit Sicherheitsinteressen
Washington betont, dass die Entscheidung nicht politisch motiviert sei, sondern in erster Linie dem „nationalen Sicherheitsinteresse“ diene. Ziel sei es, die Überprüfung von Identitäten und Hintergrundinformationen zu verbessern. Kritiker im In- und Ausland sehen darin hingegen eine erneute Abschottungspolitik und warnen vor humanitären Folgen für Betroffene.
Menschenrechtsorganisationen und Migrantenhilfen bezeichneten die Maßnahme als „unverhältnismäßig“ und fordern Ausnahmeregelungen für Familienzusammenführungen sowie humanitäre Visa.
Auswirkungen auf internationale Beziehungen
Die diplomatischen Beziehungen zu den betroffenen Ländern könnten sich durch die Entscheidung weiter verschärfen. In Moskau und Teheran reagierten Regierungsvertreter mit scharfer Kritik und warfen den USA „politische Diskriminierung“ vor. Experten warnen, dass der Schritt langfristig auch den internationalen Austausch in Wissenschaft und Wirtschaft erschweren könnte.
Angesichts der bevorstehenden US-Wahlen 2026 wird die Entscheidung zudem als innenpolitisches Signal interpretiert. Präsident und Regierung versuchen offenbar, mit einer härteren Linie in der Migrationspolitik konservative Wählergruppen anzusprechen.
Quellen
USA setzen Visaverfahren für 75 Länder aus
Trump setzt Einwanderungsvisa für 75 Länder aus: Wer ist davon betroffen?