Gefängnissen in den Irak, um Fluchten nach dem Rückzug kurdischer Kräfte vorzubeugen. Unter den bislang überstellten 4583 Häftlingen befinden sich etwa 27 deutsche Staatsangehörige, die größte europäische Gruppe. Das deutsche Auswärtige Amt bereitet nun konsularische Betreuung für diese Personen vor.
Hintergrund der Verlegung
Die Operation begann im Januar 2026, nachdem syrische Regierungstruppen unter der neuen islamistischen Übergangsregierung von Ahmed al-Sharaa kurdische Kräfte (SDF) aus Nordostsyrien verdrängt haben. Die SDF hatten jahrelang rund 7000 IS-Häftlinge bewacht, darunter Ausländer wie Europäer, Syrer und Iraker. Das US-Militär hat bereits über 4500 Personen sicher in irakische Hochsicherheitsgefängnisse gebracht, um eine Neuformierung des Islamischen Staates zu verhindern.
Deutsche Islamisten im Fokus
Irakische Sicherheitskreise bestätigen, dass 27 deutsche Dschihadisten unter den Überstellten sind, die nun vor Gericht gestellt werden sollen. Das Auswärtige Amt plant, diese Häftlinge konsularisch zu betreuen, was Rückführungsdebatten in Deutschland anheizen könnte. Bisherige Fluchten einzelner Insassen während der syrischen Offensive unterstreichen die Dringlichkeit der Maßnahme.
Regionale und internationale Implikationen
Die Verlegung erfolgt im Kontext eines Waffenstillstands zwischen syrischer Regierung und SDF, unterstützt von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump. Irakische Behörden haben Untersuchungen gegen die Häftlinge eingeleitet, fokussiert auf Kriegsverbrechen. Kritiker bemängeln die fragile Menschenrechtslage in der neuen syrischen Übergangsregierung und warnen vor Risiken für Minderheiten.
Quellen
USA wollen Gefangene des Islamischen Staates von Syrien in den Irak überstellen
Die USA beginnen mit der Überstellung von ISIL-nahen Häftlingen aus Syrien in den Irak.