Nach scharfen Worten gegen Venezuela hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump in jüngsten Äußerungen auch Kuba, Mexiko und Kolumbien ins Visier genommen. Laut US-Medienberichten, darunter CNN en Español und The Washington Post, drohte Trump mit „wirtschaftlichen Konsequenzen“, sollte sich diese Staaten „weiter von den USA entfernen und China zuwenden“.
Die Rhetorik erinnert an Trumps frühere außenpolitische Haltung gegenüber Südamerika, die von Sanktionen, Strafzöllen und der Betonung nationaler Interessen geprägt war. Auf sozialen Netzwerken wie X (vormals Twitter) und Reddit Latinoamérica wurde Trumps Tonfall kontrovers diskutiert – viele sehen darin Wahlkampfstrategien im Vorfeld der US-Präsidentschaftsdebatten.
Petro ruft zu Protesten – und fordert Selbstbestimmung
n Kolumbien reagierte Präsident Gustavo Petro scharf auf Trumps Aussagen. Über seinen offiziellen X-Account rief er die Bevölkerung zu „landesweiten Demonstrationen für nationale Würde und Unabhängigkeit“ auf. In Städten wie Bogotá, Medellín und Cali gingen daraufhin Tausende Menschen auf die Straße.
Kolumbianische Medien wie El Tiempo und Semana berichteten von friedlichen Massendemonstrationen, die stärker den Appell an die kollektive Einheit betonten als offene Konfrontation mit den USA.
Zeichen der Entspannung – Diplomatie vor Eskalation
Inzwischen zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Laut diplomatischen Quellen, auf die sich Reuters beruft, soll ein inoffizieller Gesprächskanal zwischen Washington und Bogotá wieder aktiviert worden sein. Zudem hätten Vertreter beider Seiten „Interesse an gemeinsamer Drogenbekämpfung und Wirtschaftsstabilität“ signalisiert.
Analysten auf Plattformen wie Politico und Foreign Affairs interpretieren die jüngsten Entwicklungen als taktisches Manöver: Trump wolle Stärke demonstrieren, ohne eine diplomatische Eskalation zu riskieren – ein Balanceakt zwischen innenpolitischer Profilierung und außenpolitischem Realismus.
Quellen
Nach Trumps Warnungen: Kolumbien demonstriert, während sich Lage
Krise in Sicht? Trump richtet Fokus auf Lateinamerika

