Im Jahr 2025 haben Solarkraftwerke in Deutschland erstmals mehr Strom produziert als Kohlekraftwerke. Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) zeigen, dass Photovoltaikanlagen rund 19 Prozent des gesamten Strommixes lieferten, während der Anteil der Kohle auf etwa 17 Prozent sank. Damit markiert Deutschland einen historischen Moment auf dem Weg zur Energiewende.
Ein entscheidender Faktor war der deutliche Zuwachs neuer Solaranlagen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden 2025 mehr als 14 Gigawatt (GW) an Photovoltaikleistung neu installiert – ein Rekordwert, der auf staatliche Förderprogramme und sinkende Modulpreise zurückzuführen ist.
Kohle verliert an Bedeutung
Die Kohleverstromung ging im Vergleich zum Vorjahr um fast 25 Prozent zurück. Gründe dafür sind gestiegene CO₂-Preise im europäischen Emissionshandel, höhere Brennstoffkosten und zunehmende Konkurrenz durch erneuerbare Energien. Auch die schrittweise Stilllegung älterer Kohlekraftwerke trug zum Rückgang bei.
Die Bundesregierung hält am Ziel fest, bis spätestens 2030 aus der Kohleverstromung auszusteigen. Experten sehen das aktuelle Jahr als Bestätigung, dass dieser Zeitplan realistisch bleibt – vorausgesetzt, der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet weiter zügig voran.
Zukunft der deutschen Stromproduktion
Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf 80 Prozent steigen. Neben Photovoltaik spielt dabei auch die Windkraft eine zentrale Rolle. Allerdings warnen Energieanalysten, dass der Netzausbau und neue Speicherlösungen mit dem Tempo des Ausbaus Schritt halten müssen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Trotz dieser Herausforderungen gilt der Erfolg der Solarenergie als Meilenstein. Er zeigt, dass die Kombination aus staatlichen Anreizen, technologischem Fortschritt und gesellschaftlicher Akzeptanz den Wandel im Energiesektor dauerhaft antreiben kann.
Quellen
Deutschland erzeugt erstmals mehr Solarstrom als Kohlestrom
Solarenergie überholt Kohle – Neue Ära für Deutschlands Strommix