Im Sommer 2025 verabschiedete das slowenische Parlament ein Gesetz, das schwer kranken und im vollen Bewusstsein befindlichen Patienten Sterbehilfe ermöglicht hätte – vorausgesetzt, ihr Leiden ist unerträglich und alle Behandlungsmöglichkeiten sind ausgeschöpft. Psychisch Kranke waren laut Gesetzesentwurf ausdrücklich von dieser Regelung ausgenommen. Ziel des Gesetzes war es, Betroffenen einen würdevollen, begleiteten Suizid zu ermöglichen, wenn keine Aussicht auf Besserung bestand.
Das Referendum und seine Ergebnisse
Das umstrittene Gesetz wurde jedoch von Gegnern, allen voran der katholischen Kirche und konservativen Gruppen, vehement abgelehnt. Durch das Sammeln von über 40.000 Unterschriften brachten sie ein Referendum auf den Weg, bei dem die Bevölkerung am 23. November 2025 abstimmen konnte. Rund 53 Prozent der Sloweninnen und Slowenen lehnten das Gesetz ab, während etwa 47 Prozent dafür votierten. Das Ergebnis führt dazu, dass die Sterbehilfe frühestens in einem Jahr erneut auf die politische Agenda kommen kann. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 41 Prozent – ein Wert, der die gesetzlichen Bedingungen für ein gültiges Referendum erfüllte.
Argumente der Befürworter und Gegner
Die Regierungskoalition um Premierminister Robert Golob unterstützte das Gesetz. Sie vertrat die Ansicht, dass jeder Mensch selbstbestimmt und in Würde über sein Lebensende entscheiden sollte. Demgegenüber betonten Gegner, dass Sterbehilfe dem Evangelium, den Naturgesetzen und der Menschenwürde widerspräche. Zudem fürchteten sie, dass besonders ältere und schwerkranke Menschen unter Druck geraten könnten. Dabei argumentierte die katholische Kirche, mit dem Gesetz würde eine “Kultur des Todes” etabliert werden; die Regierung konterte mit dem Appell an persönliche Freiheit und Selbstbestimmung.
Auswirkungen und Ausblick
Mit dem Votum der Bevölkerung bleibt Sterbehilfe in Slowenien zunächst verboten. Das Thema wird aber weiterhin für gesellschaftlichen und politischen Diskurs sorgen, da eine erneute parlamentarische Abstimmung frühestens in einem Jahr zulässig ist. Slowenien reiht sich damit (vorerst) nicht in die Liste europäischer Länder ein, in denen ärztlich assistierter Suizid legal ist. Die Befürworter planen, das Anliegen weiterhin politisch zu verfolgen, während Gegner eine Stärkung der Palliativversorgung fordern.
Quellen
Slowenen sprechen gegen Legalisierung von Sterbehilfe aus
Slowenen kippen Gesetz zu Sterbehilfe