In Rafah, der südlichsten Stadt des Gazastreifens, haben sich nach israelischen Angaben mehrere Dutzend Hamas-Kämpfer in einem weitverzweigten Tunnelsystem verschanzt. Trotz wiederholter Aufforderungen zur Aufgabe lehnen sie jede Form der Kapitulation ab. Nach Berichten aus israelischen und internationalen Sicherheitskreisen handelt es sich überwiegend um hochrangige Mitglieder der Hamas-Miliz, die sich dort seit Beginn der israelischen Offensive gegen die verbliebenen Bastionen der Organisation aufhalten.
Israelische Streitkräfte haben das Gebiet rund um die Tunnel vollständig abgeriegelt und kontrollieren den Zugang zu allen bekannten Ein- und Ausgängen. Laut Armeesprechern sollen sich die Kämpfer in einem komplexen Netz aus unterirdischen Bunkern, Waffenlagern und Verbindungsschächten befinden, die unter zivilen Gebäuden verlaufen.
Israel drängt auf bedingungslose Übergabe
Die israelische Armee hat den Eingeschlossenen ein Ultimatum gesetzt und mehrfach betont, dass eine Kapitulation den einzigen Ausweg biete, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Luftaufnahmen und von Drohnen erfasste Kommunikationssignale deuten darauf hin, dass sich die Hamas-Mitglieder in zunehmend schwieriger Lage befinden – Berichten zufolge herrschen in den Tunneln akuter Mangel an Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung.
Ein Armeesprecher erklärte, Israel sei bereit, sofortige Evakuierungen zuzulassen, sofern die Kämpfer die Waffen niederlegten. Bisher seien jedoch alle Vermittlungsversuche über ägyptische und katarische Kanäle gescheitert.
Humanitäre Risiken für die Zivilbevölkerung
Die anhaltenden Kämpfe in Rafah gefährden auch die verbliebene Zivilbevölkerung in der Region. Obwohl ein Großteil der Bewohner bereits seit Monaten in provisorische Lager im Norden des Gazastreifens geflohen ist, befinden sich laut Schätzungen der Vereinten Nationen immer noch mehrere Tausend Menschen in der Nähe der Kampfzonen.
Hilfsorganisationen warnen vor katastrophalen Zuständen und appellieren an Israel und die Hamas, humanitäre Korridore offenzuhalten, um Verletzte und Zivilisten in Sicherheit zu bringen. Trotz intensiver internationaler Diplomatie zeichnet sich bislang keine einvernehmliche Lösung ab.
Internationale Reaktionen
Die internationale Gemeinschaft reagiert mit Sorge auf die Zuspitzung der Situation. Die Vereinigten Staaten und mehrere EU-Staaten riefen beide Seiten erneut zur Deeskalation auf. Katar und Ägypten bemühen sich seit Wochen um ein Abkommen, das die Freilassung israelischer Geiseln sowie eine begrenzte Waffenruhe ermöglichen könnte.
Während Israel betont, das militärische Ziel sei die vollständige Zerschlagung der Hamas-Strukturen, warnt die UNO, ein Angriff auf das unterirdische Netzwerk könnte eine humanitäre Katastrophe mit unvorhersehbaren Folgen auslösen. Bislang bleibt unklar, ob die eingeschlossenen Kämpfer in Rafah ihren Widerstand aufgeben – oder bis zum letzten Moment ausharren werden.
Quellen
Unter Rafah eingeschlossene Hamas-Kämpfer lehnen Kapitulation ab – spiegel.de
Die USA drängen Israel, einen ausgehandelten Ausstieg für die in den – themedialine.org