Tausende Philippinen demonstrierten am 30. November 2025 in Manila und anderen Städten gegen einen Korruptionsskandal um Flutkontrollprojekte, die Milliarden Pesos verschlangen. Die Projekte, oft als “Geisterprojekte” bezeichnet, waren entweder nicht existent, mangelhaft oder überteuert, was zu Schmiergeldern für Politiker, Beamte und Bauunternehmen führte. Präsident Ferdinand Marcos Jr. hatte den Skandal bereits im Juli in seiner Rede vor dem Kongress angeprangert, doch die Wut eskaliert durch anhaltende Überschwemmungen und Taifune.
Verlauf der Proteste
In Manila versammelten sich rund 5.000 Demonstranten, viele in Weiß gekleidet, im Luneta-Park und entlang der EDSA-Straße, wo sie Marcos’ Rücktritt und Haft für Beteiligte forderten. Protester trugen Krokodil-Masken als Symbol für Korruption und Effigies von Marcos sowie Vizepräsidentin Sara Duterte. Über 17.000 Polizisten sicherten die Veranstaltungen, das Präsidentenpalast wurde abgeriegelt.
Reaktionen der Regierung
Marcos versprach, dass bis Weihnachten weitere “große Fische” wie 37 Politiker und 86 Unternehmer inhaftiert werden. Bereits sieben Beamte des öffentlichen Bauamts sitzen wegen Veruntreuung im Gefängnis, und Haftbefehle gegen Sunwest Corp.-Manager laufen. Trotzdem kritisieren Demonstranten die langsame Justiz und fordern Rückzahlung der gestohlenen Milliarden.
Ausblick und Konsequenzen
Der Skandal betrifft über 9.855 Projekte im Wert von mehr als 545 Milliarden Pesos und verschärft die Vulnerabilität des Landes gegenüber Extremwetter. Linke Gruppen und die katholische Kirche rufen zu systemischer Reform auf. Die Proteste könnten weiter zunehmen, falls keine schnellen Verhaftungen erfolgen.
Quellen:
Philippinen: Tausende protestieren gegen Korruption bei Hochwasserprojekten
Tausende demonstrieren auf den Philippinen und fordern Marcos’ Rücktritt wegen Betrugsskandal