In Minnesota sind am Freitag Tausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die Arbeitsweise und Politik der US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) zu protestieren. Unter dem Motto »Tag der Wahrheit und Freiheit« beteiligten sich zahlreiche Bürgerinnen, Aktivistinnen und lokale Organisationen an einem friedlichen Aktionstag, der Demonstrationen, Streiks und Geschäftsschließungen umfasste.
Die Initiative wurde von mehreren zivilgesellschaftlichen Gruppen getragen, die auf die ihrer Meinung nach „unmenschlichen Praktiken“ der Behörde aufmerksam machen wollten – insbesondere auf Abschiebungen und Familientrennungen.
Geschlossene Läden und friedliche Märsche
Viele kleine Geschäfte und Restaurants in Minneapolis und St. Paul blieben an diesem Tag geschlossen, um Solidarität mit den Einwanderergemeinschaften zu zeigen. Auf Bannern und Plakaten waren Slogans wie »No More ICE« oder »Freedom for All« zu lesen.
Trotz des weitgehend friedlichen Verlaufs kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die mehrere Demonstrierende vorübergehend festnahm. Augenzeugenberichten zufolge erfolgten die Festnahmen an mehreren zentralen Orten, nachdem Demonstrationszüge größere Straßen blockiert hatten.
Reaktionen aus Politik und Gesellschaft
Mehrere Lokalpolitiker äußerten Verständnis für die Sorgen der Bevölkerung, mahnten jedoch zur Zurückhaltung bei Protestaktionen. Die Stadtverwaltung von Minneapolis betonte in einer Stellungnahme, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt bleibe, solange Demonstrationen friedlich verlaufen.
Menschenrechtsorganisationen wie »American Civil Liberties Union (ACLU) of Minnesota« zeigten sich solidarisch mit den Protestierenden und forderten eine grundlegende Reform der US-Einwanderungspolitik.
Hintergrund: Kritik an ICE wächst
Seit Jahren steht ICE wegen harter Abschiebungsmaßnahmen und umstrittener Einsätze in der Kritik. In zahlreichen Bundesstaaten wächst der Widerstand gegen die Behörde, die nach ihrer Gründung im Jahr 2003 unter dem Dach des »Department of Homeland Security« operative Aufgaben im Bereich Migration und Grenzsicherung übernommen hatte.
Die Proteste in Minnesota fügen sich in eine landesweite Bewegung ein, die ein Ende der willkürlichen Abschiebungen und eine humanere Einwanderungspolitik fordert.
Quellen
Tausende gehen in Minnesota gegen ICE auf die Straße
Protestzüge und Streiks: Tausende demonstrieren gegen ICE-Behörde