Nach dem verheerenden Durchzug des Tropensturms »Melissa« hat die Regierung Haitis eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Der Sturm traf das Land mit anhaltenden Regenfällen und starken Winden, die weite Teile der Infrastruktur lahmlegten. Besonders betroffen sind die Départements Sud, Grand’Anse und Nippes, wo zahlreiche Ortschaften überflutet wurden und Erdrutsche mehrere Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten haben.
Zahlreiche Todesopfer und Vermisste
Nach offiziellen Angaben kamen mehr als 60 Menschen ums Leben, während Dutzende weitere als vermisst gelten. Rettungskräfte haben in den betroffenen Gebieten mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen, da viele Straßen unpassierbar sind und Strom- sowie Kommunikationsnetze teilweise zusammengebrochen sind. Behörden rechnen mit steigenden Opferzahlen, sobald der Zugang zu abgelegenen Regionen wieder möglich ist.
Regierung ruft internationale Hilfe an
Premierminister Garry Conille bat internationale Partner und Hilfsorganisationen um Unterstützung. Benötigt werden insbesondere Trinkwasser, medizinische Versorgung und Unterkünfte für die zehntausenden Menschen, die ihr Zuhause verloren haben. Die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz kündigten bereits an, Soforthilfe bereitzustellen.
Wirtschaftliche und soziale Folgen
Der Tropensturm traf Haiti in einer ohnehin angespannten Lage. Das Land kämpft weiterhin mit politischer Instabilität, Armut und der Zunahme bewaffneter Banden. Wirtschaftsexperten warnen, dass die Zerstörung von Agrarflächen und Handelsrouten die Versorgungslage weiter verschärfen könnte. Besonders im Süden des Landes drohen steigende Lebensmittelpreise und Versorgungsengpässe.
Symbolische Geste der Staatstrauer
Während der dreitägigen Staatstrauer werden die Nationalflaggen auf Halbmast gesetzt, und öffentliche Veranstaltungen sind untersagt. Präsident Edgard Leblanc Fils rief die Bevölkerung zu Einheit und Solidarität auf. In einer landesweit übertragenen Ansprache betonte er, dass Haiti trotz der Zerstörung gemeinsam den Wiederaufbau schaffen werde.
Quellen
Hurrikan Melissa fordert 49 Tote in der Karibik und zieht weiter nach Norden. – reuters.com
Haiti, Jamaika und Kuba versuchen, nach Melissas Zerstörung die Trümmer zu beseitigen. – apnews.com