Das Adelaide Writers’ Week, eines der größten Literaturfeste Australiens, wurde abgesagt, nachdem das Board die palästinensisch-australische Autorin Randa Abdel-Fattah entlud. Die Entscheidung löste einen Massenboykott von über 180 Autoren aus, darunter prominente Namen wie Jacinda Ardern und Kathy Lette. Dieser Skandal wirft ein Schlaglicht auf Debatten um freie Meinungsäußerung und Antisemitismusvorwürfe.
Hintergrund des Konflikts
Das Festival sollte vom 28. Februar bis 15. März 2026 stattfinden. Das Board des Adelaide Festivals disinvitierte Abdel-Fattah letzten Donnerstag, mit der Begründung, ihre Teilnahme sei „kulturell unempfindlich“ so kurz nach dem Bondi-Massaker im Dezember 2025. Beim Anschlag auf ein jüdisches Chanukka-Fest in Bondi Beach starben 15 Menschen durch Schützen, die vom Islamischen Staat inspiriert waren.
Die Reaktion der Autorin
Randa Abdel-Fattah, eine bekannte Kritikerin Israels, Universitätsdozentin und Islamophobie-Forscherin, nannte die Kündigung „einen schamlosen Akt anti-palästinensischer Rassismus und Zensur“. Ihre Anwälte sandten ein Schreiben ans Festival und forderten die Aufbewahrung aller Dokumente für mögliche Klage.
Massenboykott und Rücktritte
Über 180 Autoren, darunter Helen Garner, Yanis Varoufakis und Zadie Smith, zogen sich zurück und kritisierten die Entscheidung als Angriff auf die Redefreiheit. Vier von acht Board-Mitgliedern, inklusive des Chairs, und die Direktorin Louise Adler (Tochter von Holocaust-Überlebenden) traten zurück; Adler sagte: „Ich kann nicht an der Silencing von Schriftstellern teilhaben“.
Einfluss der jüdischen Gemeinde
Die Jewish Community Council for South Australia hatte das Board gedrängt, Abdel-Fattah zu entfernen, und begrüßte die Entscheidung zunächst. Vertreter Norman Schueler nannte den Boykott „pathetisch“. Das Festival-Statement zur Absage entschuldigte sich bei Abdel-Fattah und sprach von „erhöhter Spaltung“.
Quellen
Wie ein australisches Festival nach der Absage eines palästinensischen Autors implodierte
Australisches Schriftstellerfestival in Aufruhr wegen Entscheidung, palästinensischen Autor auszuschließen