Nach wochenlangen Verhandlungen hat sich die Türkei gegen Australien durchgesetzt und wird Gastgeberin der UN-Klimakonferenz COP31 im Jahr 2026. Die Entscheidung fiel nach einem Kompromiss, bei dem Ankara und Canberra ihre Bewerbungen gemeinsam abstimmten. Australien erklärte sich bereit, die türkische Kandidatur zu unterstützen, nachdem man sich auf eine engere Zusammenarbeit in Fragen der Klimafinanzierung und Technologieübertragung verständigt hatte.
Laut Diplomatenkreisen soll Australien im Gegenzug eine Schlüsselrolle bei der Vorbereitung von Initiativen zu Emissionssenkungen im asiatisch-pazifischen Raum übernehmen. Dieser Schritt beendete eine monatelange Pattsituation unter den Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC).
Bedeutung für die Türkei
Für Ankara ist die Zusage ein außenpolitischer Erfolg. Schon lange bemüht sich die türkische Regierung, international stärker als Vermittlerin zwischen Industrieländern und Schwellenstaaten wahrgenommen zu werden. Umweltminister Mehmet Özhaseki nannte die Entscheidung einen „historischen Moment“, da die Türkei erstmals eine Weltklimakonferenz ausrichtet.
Die Wahl des Gastlandes gilt auch als Anerkennung für die jüngsten klimapolitischen Schritte der Türkei – darunter das Ziel, bis 2053 klimaneutral zu werden, sowie den Ausbau erneuerbarer Energien. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass der Kohleanteil im türkischen Energiemix weiterhin hoch bleibt und konkrete Maßnahmen zum Kohleausstieg bislang fehlen.
Geopolitische Dimension
Die Entscheidung, COP31 in der Türkei abzuhalten, hat auch diplomatische Bedeutung. Nach COP29 in Aserbaidschan und COP30 in Brasilien zeigt sie die Bemühungen der UN, die Klimaverhandlungen geografisch ausgewogener zu gestalten. Die Türkei liegt an der Schnittstelle zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten – eine Region, die besonders stark von Klimafolgen wie Dürren und Wasserknappheit betroffen ist.
Beobachter gehen davon aus, dass Ankara die Gelegenheit nutzen wird, um sich als Stimme der Schwellenländer zu positionieren und Forderungen nach mehr internationaler Klimafinanzierung zu verstärken.
Reaktionen international
Die EU-Kommission begrüßte die Entscheidung und betonte, dass die Türkei eine „wichtige Brückenfunktion zwischen Industrie- und Entwicklungsländern“ einnehmen könne. Umweltorganisationen äußerten sich gemischt: Während einige die geografische Diversifizierung lobten, fordern andere klare Garantien für zivilgesellschaftliche Beteiligung und transparente Rahmenbedingungen in Ankara.
Quellen
Türkei richtet Weltklimakonferenz COP31 aus – Einigung mit Australien erzielt
Die Türkei wird die COP31 ausrichten, nachdem sie mit Australien einen