US-Präsident Donald Trump hat die Einladung des ehemaligen kanadischen Notenbankchefs Mark Carney zu seinem geplanten »Friedensrat« zurückgezogen. Nach Angaben aus Washington erfolgte der Schritt, nachdem Carney öffentlich einer von Trump getroffenen Aussage widersprochen hatte.
Trump hatte in den vergangenen Wochen angekündigt, ein internationales Gremium ins Leben zu rufen, das sich mit wirtschaftlicher Stabilität und diplomatischen Beziehungen nach globalen Konflikten befassen sollte. Carney, derzeit UN-Sondergesandter für Klimapolitik und ehemaliger Präsident der Bank of England, galt als eine der möglichen Schlüsselfiguren des Projekts.
Kanadas Regierung reagierte ohnehin zurückhaltend
Nach Berichten kanadischer Medien hatte Ottawa die Einladung nie offiziell bestätigt. Ein Sprecher des Premierministers teilte mit, dass keine formale Annahme oder Beteiligung diskutiert worden sei. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Kanada und den USA bleiben zwar stabil, doch die jüngste Entscheidung spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen Trumps Umfeld und internationalen Wirtschaftsakteuren wider.
Carneys Widerspruch als Auslöser
Der Konflikt zwischen Trump und Carney war offenbar durch Differenzen bei der Interpretation internationaler Wirtschaftszahlen entstanden. Carney hatte öffentlich betont, Trumps Darstellung eines »enormen globalen Wachstumsrückgangs« aufgrund amerikanischer Handelsrichtlinien sei faktisch nicht haltbar. Dieser Widerspruch führte zu Verärgerung im Weißen Haus, woraufhin Trump persönlich den Rückzug der Einladung veranlasste.
Ausblick: Zukunft des »Friedensrats« ungewiss
Der geplante »Friedensrat« steht nun vor einem unklaren Neustart. Beobachter sehen den Rückzug als Zeichen dafür, dass Trumps Projekt stärker politisch als fachlich geprägt ist. Ob neue Mitglieder berufen oder frühere Kandidaten wieder eingeladen werden, ließ das Weiße Haus bislang offen.
Quellen
Trump zieht “Friedensrat”-Einladung für Kanadas Premier Carney zurück
Trump lädt erstes Land wieder aus